Veränderte Essgewohnheiten stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. „Oberösterreich ist Agrar-Bundesland Nummer 1 und will es bleiben“, sagt Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP), deshalb müsse sich die Branche mit dem neuen Konsumverhalten auseinandersetzen.
Fleischtiger müssen stark sein, denn die Trends am Nahrungsmittelsektor gehen eindeutig in eine andere Richtung: „Pflanzen-basierte Nahrung wird an Stellenwert gewinnen. Klimawandel, Wertewandel und der Wunsch nach Versorgungssicherheit haben eine Veränderung eingeleitet“, so Trend-Forscherin Hanni Rützler. Die Ernährungswissenschaftlerin beschäftigt sich seit 25 Jahren mit unserer Esskultur.
Fleisch wurde zur Alltagsspeise
Rützler weiß, dass zum Beispiel einzelne Landwirte bereits auf den Klimawandel reagiert hätten und Artischocken oder Erdnüsse anbauen würden. Damit treffen sie vor allem den Geschmack von Jüngeren, die beim Essen experimentierfreudiger sind und sich „kulinarische Alternativen zum Fleisch wünschen, das zur Alltagsspeise geworden ist“, so Rützler.
Bauern gefordert
„Darauf muss auch die Landwirtschaft reagieren“, sagt Agrar-Landesrätin Langer-Weninger (ÖVP). Doch viele Bauern seien verunsichert, fragen sich „ob der Trend zu Regionalität und Tierwohl zur reinen Marketingstrategie verkommt“. Denn während hochwertige Fleischwaren in den Regalen bleiben, greifen Konsumenten oftmals zu den günstigen Alternativen.
In Oberösterreich gibt es fast 30.000 landwirtschaftliche Betriebe. Ein Bauer ernährt 140 Menschen. Das Erkennen und Nutzen von Ernährungstrends spielen eine wichtige Rolle.
Michaela Langer-Weninger, Agrar-Landesrätin (ÖVP)
Innovationen werden gefördert
„Angesichtes der Vielfalt an neuen Möglichkeiten geht es mehr denn je darum, herauszufinden, welches Produkt und welche Produktionsweise zu meinem betrieblichen Profil passt“, meint Langer-Weninger. Innovative Entwicklungen und Maßnahmen in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft fördert das Land OÖ mit dem mit zwei Millionen Euro dotierten Zukunftsfonds.
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