14.02.2012 13:45 |

Ende einer Ära

IKG-Präsident Ariel Muzicant tritt zurück

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzicant, plant seinen Rückzug: Am Dienstag kommender Woche wird er bei einer Vorstandssitzung seinen Rücktritt ankündigen und zugleich seinen bisherigen Stellvertreter Oskar Deutsch als Nachfolger vorschlagen. Ausschlaggebend für Muzicants Schritt sei, dass er soeben sein 60. Lebensjahr vollendet habe, hieß es aus der IKG. Muzicant selbst bezeichnete seinen Rücktritt außerdem als "planmäßig", da er schon seit Längerem angedacht war.

Rund um den 20. November wird der Nachfolger Muzicants gewählt werden. Als aussichtsreichster Kandidat gilt der jetzige IKG-Vizepräsident Oskar Deutsch, der die Gemeinde nach Muzicants Rückzug kommende Woche interimistisch führen wird. Deutsch ist Geschäftsführer der Alvorada Kaffeehandelsges.m.b.H. und gehört wie Muzicant der Liste "Atid" (hebräisch: Zukunft) an.

Dass Muzicant bei der Wahl im kommenden November nicht mehr antreten würde, war schon länger bekannt, sein Rückzug kommt insofern auch nicht überraschend.

Nach Medizinstudium erfolgreicher Unternehmer
Ariel Muzicant wurde am 12. Februar 1952 in Haifa in Israel geboren und lebt seit 1956 in Wien. Er besuchte das Lycee Francais, das er 1970 abschloss. Danach studierte er an der Universität Wien Medizin und promovierte 1976 zum Dr. Med. Allerdings war Muzicant nur ein Jahr lang Turnusarzt am Wilhelminenspital, denn nach dem plötzlichen Tod seines Vaters übernahm er 1977 die Leitung der Firma Columbus Immobilien in Wien.

1994 schloss sich Columbus der internationalen Colliers-Gruppe an. Colliers-Columbus betreut die Bereiche Einzelhandelsgeschäfte, Industrie-, Anlage- und Betriebsobjekte, Zinshäuser, Büros und den privaten Sektor und zählt heute zu den führenden Maklern Österreichs. Muzicant ist alleiniger Eigentümer und Geschäftsführer des Unternehmens.

Über 40 Jahre Engagement in jüdischer Gemeinde
Sein Engagement in der jüdischen Gemeinde Wiens begann schon in Muzicants Jugendjahren. Von 1970 bis 1976 gehörte er der Jüdischen Hochschülerschaft in Österreich an, zwischen 1971 und 1975 war er auch in deren Vorstand vertreten - in den Jahren 1973/74 sogar als deren Präsident. Von 1975 bis 1979 fungierte Muzicant als Präsident des Dachverbandes der jüdischen Jugend in Österreich. Seit 1976 ist er in verschiedenen Kommissionen der IKG tätig.

1980 zeichnete er für die Gründung der Jüdischen Schule verantwortlich, bis 1994 war er Präsident der Jüdischen Schule in Österreich. 1981 wurde er Mitglied des IKG-Vorstandes sowie Vizepräsident der Kultusgemeinde. Am 21. April 1998 wurde Muzicant erstmals zum Präsidenten der IKG gekürt.

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