Gerade noch rechtzeitig konnte die Feuerwehr, wie berichtet, bei einem Brand in einer Scheune voller Heu in Kössen Schlimmeres verhindern. Doch generell gilt: Bei hohen Temperaturen ist Vorsicht geboten, die Gefahr einer Selbstentzündung des Heus besteht. Die Feuerwehr hat Tipps parat.
Große Hitze und ein Stadel voller Heu - eine denkbar ungünstige Kombination. „Es war fünf vor zwölf. Als wir in die Scheune rein sind - mit schwerem Atemschutz -, hat das Heu bereits gebrannt. In letzter Sekunde haben wir es geschafft, das Feuer mit einem Wasserschlauch zu löschen und konnten so Schlimmeres verhindern“, schildert Sebastian Grandner, Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bichlach.
Die Brandgefahr entsteht durch die Restfeuchtigkeit des Heus in Kombination mit Druck, der durch das Eigengewicht des Heus herrscht.
Anton Wegscheider, Landes-Feuerwehrverband Tirol
Um 17 Uhr konnte am Donnerstag in Kössen schließlich „Brand aus“ gegeben werden. 137 Feuerwehrleute standen im Einsatz, Ermittlungen zur Brandursache werden noch geführt. Der betroffene Hof ist aber nicht der einzige Bauernhof, bei dem es im Stadel bereits zu brenzligen Situationen kam, bei denen Scheune, Stall und Wohnhaus bedroht waren.
„Die Temperatur von Heu regelmäßig messen“
„Die Brandgefahr entsteht durch die Restfeuchtigkeit des Heus in Kombination mit Druck, der durch das Eigengewicht des Heus herrscht“, beschreibt Anton Wegscheider vom Landes-Feuerwehrverband. Das schraubt die Temperatur in die Höhe – gefährlich wird es ab 60 bis 70 Grad. Wenn diese Wärme dann nicht entweichen kann, besteht die Gefahr der Selbstentzündung. Das wichtigste sei, regelmäßige Temperaturkontrollen durchzuführen, dafür gebe es eigene Heumesssonden. Wegscheider: „Unter 50 Grad ist die Situation unbedenklich – darüber sollte man mit der Feuerwehr Kontakt aufnehmen, vor allem ab 70 Grad.“
„Heuwehren“ im Einsatz
Es gibt sogar eigene „Heuwehren“, ein Sonderdienst der Feuerwehr. Dann kann man das Heu nach und nach raustragen, um den Hitzestau aufzulösen. Das Überschütten mit Wasser bleibt die Ultima Ratio, weil damit das Futtermittel verloren geht. Gelöscht wurden musste auch in Kössen, die 16 Kühe und zwei Kälber konnten vom Besitzer (35) selbst in Sicherheit gebracht werden. Durch das rasche Einschreiten der Feuerwehren konnte Schlimmeres verhindert werden.
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