Mo, 20. August 2018

195 t Sprengstoff

25.12.2011 19:49

Waffentransport: In Finnland drohte Mega-Explosion

Bei dem rund eine Woche vor Weihnachten im finnischen Hafen Kotka gestoppten deutschen Waffentransport hat offenbar eine gewaltige Explosion gedroht. Nach Angaben des Rettungsdienstes vom Sonntag fanden die Ermittler an Bord des Frachters "Thor Liberty" neben 69 Luftabwehr-Raketen vom US-Typ Patriot insgesamt 195 Tonnen für militärische Zwecke einsetzbaren Sprengstoffs - 45 Tonnen mehr als ursprünglich angegeben und zum Teil in kaputten Verpackungen.

"Falls eine der Schachteln explodiert wäre, wäre die ganze Last hochgegangen", erklärte Einsatzleiter Ilppo Tolonen am Sonntag der finnischen Nachrichtenagentur STT. Es habe ein "Massenexplosionsrisiko" bestanden.

Die "Thor Liberty" war nach Angaben eines finnischen Lotsen vor über zwei Wochen in einem schweren Sturm im südwestfinnischen Schärengebiet in Seenot geraten. Zu diesem Zeitpunkt hätte eine kritische Wetterlage mit Böen von um die 34 Meter pro Sekunde und bis zu neun Meter hohen Wellen geherrscht.

Die ukrainische Besatzung habe in den gefährlichen, flachen Küstengewässern ohne Kartenmaterial navigiert. "Die Lage war für alle an Bord extrem. Ich weiß nicht, was sie ohne mich gemacht hätten", sagte der Lotse. Er habe Fotos von über den ganzen Rumpf verstreut liegenden Säcken mit dem Sprengstoff gesehen.

Mindestens 250 Kilo in kaputten Säcken
Bei der Sicherstellung der vorläufig beschlagnahmten Last fanden die Rettungskräfte dann mindestens 250 Kilo Sprengstoff in kaputten 25-Kilo-Verpackungen. Ein Teil davon sei laut Tolonen im Rumpf des Frachters frei herumgelegen.

Der Sprengstoff aus den kaputten Verpackungen wird nun von Experten in Sicherheitscontainern von Bord gebracht und gezielt zur Detonation gebracht. Die Aufräumarbeiten an Bord der "Thor Liberty" sollen am Stefanitag abgeschlossen sein. Tolonen nannte die Aktion den "größten jemals in Finnland absolvierten Entminungseinsatz zu Friedenszeiten".

Deutscher Zoll: Legales Rüstungsgeschäft
Beim Export der ebenfalls vorläufig beschlagnahmten Patriot-Raketen handelt es sich nach Angaben des deutschen Zolls um ein legales Rüstungsgeschäft zwischen Deutschland und Südkorea. Der Militärtransport sei vor dem Verlassen der deutschen Hoheitsgewässer auch zweimal kontrolliert worden. "Was die Ausfuhr angeht, ist alles ordnungsgemäß gelaufen", so ein Sprecher. Laut den finnischen Ermittlern, einer Arbeitsgruppe aus Zoll und Polizei, fehlte aber die Transitbewilligung. Kapitän und Steuermann der "Thor Liberty" stehen nun unter dem Verdacht des Verstoßes gegen verschiedene Waffentransportregeln.

Die Causa sorgt in Finnland für gehörigen Wirbel. Der Frachter war unter der Flagge der britischen Isle of Man mit ukrainischer Besatzung unterwegs, sein Eigentümer sitzt in Dänemark und die US-Raketen waren eine deutsche Lieferung.

Keine Angaben zum Endzweck des Sprengstoffs
Der Eigentümer des Schiffes hatte sich über den Fund der Rüstungslieferung "überrascht" gezeigt. Der Geschäftsführer des dänischen Unternehmens Thorcos, Thomas Mikkelsen, sagte zu STT, er selbst habe von dem Vorfall bisher nichts gewusst. Ein anderer Angestellter der Firma deutete an, dass die Raketen "irrtümlich" auf das Schiff geladen worden sein könnten. Zum Endzweck des sichergestellten Spezialsprengstoffs gibt es bisher keine Angaben.

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