Mi, 15. August 2018

Urteilsbegründung

16.12.2011 11:58

Italien: Mangel an Beweisen brachte Knox ihre Freiheit

Über zwei Monate nach der Freilassung der US-Amerikanerin Amanda Knox hat das italienische Berufungsgericht in Perugia die Begründung für die Aufhebung der langjährigen Haftstrafe vorgelegt. Die Beweise, die zum ursprünglichen Mordurteil gegen Knox und ihren Freund geführt hatten, seien nicht stichhaltig gewesen, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

In einem 143 Seiten langen Dokument brachten die Richter ihre Meinung zum Ausdruck und kritisierten nahezu jeden Punkt der Ermittlungen, die schlussendlich zur Verurteilung der Studentin geführt hatten. Darunter fielen das Fehlen der Mordwaffe, mangelhafte DNA-Beweise, ein nicht genau festgelegter Tatzeitpunkt und Zweifel daran, dass Knox und ihr italienischer Freund Raffaele Sollecito überhaupt zu dem Zeitpunkt am Tatort waren.

Das Urteil sei "nicht untermauert von irgendeinem objektiven Beweis und es war sogar nicht einmal wahrscheinlich: Zwei junge, gute und offene Menschen sollen plötzlich entschieden haben, etwas Böses um des Bösen willen zu tun, ohne jeden anderen Grund", so das Berufungsgericht.

Mord an britischer Studentin
Knox und Sollecito waren 2009 wegen des Mordes an der britischen Studentin Meredith Kercher zu 26 beziehungsweise 25 Jahren Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht kippte Anfang Oktober aber das Urteil. Die Staatsanwaltschaft will den Fall nun neu aufrollen und vor das Kassationsgericht, die höchste Instanz in Italien, ziehen.

Die 21 Jahre alte Kercher war am 2. November 2007 mit durchschnittener Kehle, vergewaltigt und von Messerstichen und Verletzungen übersät in ihrer und Knox' gemeinsamer Wohnung in Perugia gefunden worden.

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