Bluttat in Mooskirchen

„Mir tut das menschlich einfach so leid“

Steiermark
06.06.2023 19:00

Immer mehr Details über den Täter von Mooskirchen (Steiermark) werden nun bekannt. Ein Freund des 89-jährigen Jägers, der nach jahrelangen Streitereien seinen Stief-Schwiegersohn ermordet haben soll, erzählt. 

Der 1. Juni beginnt wie jeder andere Tag im beschaulichen Mooskirchen. Am Marktplatz trifft Gerold Hochstrasser seinen Kameraden, der mit seiner Gattin Kaffee getrunken hat. Danach fahren die beiden nach Hause in den Ortsteil Fluttendorf. Dort soll es wieder einmal einen heftigen Streit mit dem Schwiegersohn gegeben haben. Dann passiert das Unfassbare: Mit einer Bockbüchsflinte erschießt der 89-Jährige zuerst seinen Schwiegersohn und dann sich selbst, während die Cobra die anderen Familienangehörigen aus dem Haus retten kann.

40 Jahre gekannt
„Mir tut das menschlich einfach so leid. Es schockt mich, dass er sich zu so etwas hinreißen hat lassen“, ringt Hochstrasser in der ORF-Sendung „Thema“ um Worte. Seit 40 Jahren haben er und der Täter sich gekannt, zusammen Karten gespielt und demselben Jagdverein anhört.

Gerold Hochstrasser habe den Täter kurz vor der Tragödie noch in Mooskirchen beim Kaffeetrinken gesehen, wie er im ORF erzählt. (Bild: Erwin Scheriau / KRONE)
Gerold Hochstrasser habe den Täter kurz vor der Tragödie noch in Mooskirchen beim Kaffeetrinken gesehen, wie er im ORF erzählt.

Was nach dieser Tragödie bleibt, ist die Frage nach dem Warum. „Er hat sich schon öfter beschwert, dass er nicht zurechtkommt. Aber ich habe ihn meistens beruhigt und gesagt, er soll den Unstimmigkeiten aus dem Weg gehen.“

Traumatische Kindheit
Schon die Kindheit des Täters wäre von Konflikten und traumatischen Erlebnissen geprägt gewesen. Der 89-Jährige sei in jungen Jahren von der Mutter weggegeben worden. „Er ist als Knecht aufgewachsen, wurde geschlagen und wie das fünfte Rad am Wagen behandelt.“ Erst nach seiner Pensionierung habe er Anschluss bei den Jägern gefunden. Scheinbar sei er auf der Suche nach Zugehörigkeit gewesen. „Wir haben versucht, ihm bei der Jagd das Selbstwertgefühl zu geben.“ Der Pensionist habe sich in der Runde sehr wohlgefühlt.

Dass diesen Mann nach seinem Lokalbesuch am 1. Juni niemand mehr zu Gesicht bekommen würde, weil er danach die heuer sechste Bluttat in der Steiermark begeht, damit hat in Mooskirchen keiner gerechnet. Am Mittwoch werden er und sein 57-jähriger Stief-Schwiegersohn verabschiedet. 

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