04.05.2005 13:59 |

Lebensversicherung

Kontostand oft niedriger als einbezahlte Prämien!

Beim Verein für Konsumenteninformation häufen sich die Beschwerden von enttäuschten Verbrauchern, die fondsgebundene Lebensversicherungen abgeschlossen haben. Denn ihr Kontostand ist in zahlreichen Fällen weitaus niedriger als sie bislang an Prämien einbezahlt haben. Demnach würden Fondspolizzen sicheres und ertragreiches Produkt vermarktet: "An die falschen Personen wird mit falschen Argumenten ein falsches Produkt verkauft," kritisiert jedoch VKI-Obmann Glatz. Häufig passiere das im Verwandten- und Bekanntenkreis, denn Versicherungs-Mitarbeiter und Finanzberater lukrieren dafür attraktive Provisionen.

Mit fiktiven Erträgen wird zum Vertragsabschluss gelockt – zu den Kosten herrscht großteils Schweigen. Das Testmagazin "Konsument" hat die Kosten von 12 aktuellen Produkten in einem Modell-Vergleich ermittelt. Ergebnis: Für eine Prämiensumme von 38.400 Euro, angespart über 32 Jahre, betragen die Kosten im günstigsten Fall 6.780 Euro – in schlechteren sind bis zu 9.219 Euro für Produktspesen, Risikoprämie und Versicherungssteuer zu berappen.

Erträge in Höhe dieser Kosten müssen über die Fondsveranlagung mindestens erzielt werden, damit es am Ende der Laufzeit kein bitteres Erwachen gibt. Aber nur die Spesen sind sicher - der Ertrag ist ungewiss.

Heikles Produkt in vielen Varianten
Fondsgebundene Lebensversicherungen werden in vielen Varianten angeboten. Der Kunde kann dabei unter verschiedenen Risikokategorien wählen. Er kann sich auch entscheiden, ob er eigenständig die Investmentfonds zur Veranlagung auswählt, oder ob er damit ein Fonds-Management beauftragt, das Auswahl und Kauf der Fondsanteile sowie die laufende Marktbeobachtung durchführt. Für diesen Service fallen zwischen 0,4 bis 0,6 Prozent einer Jahresprämie an.

Know-how erforderlich
Wie auch immer sich der Konsument entscheidet: Trotz Fonds-Managements sind Anleger gut beraten, sich auch selbst um ihr Produkt zu kümmern. Marktbeobachtung und gegebenenfalls ein Wechsel der Risikokategorie bzw. der Fonds sind Voraussetzungen für Erfolg. In Fondspolizzen sollte nur investieren, wer risikofähig und -freudig ist, betont VKI-Obmann Dr. Harald Glatz. "Da es um ein Versicherungsprodukt handelt, wähnen sich viele Verbraucher auf der sicheren Seite. Das ist aber nicht der Fall."

Der Teufel sitzt im Detail
Aber nicht nur das erforderliche Basiswissen erschwert das Durchschauen der Materie, sondern auch Unrealistische Modellrechnungen, Kostenpunkte bei vorzeitigem Ausstieg, unseriös kurze Laufzeiten usw.
Mehr Informationen dazu findest du in der Infobox auf der rechten Seite!

Sonntag, 16. Mai 2021
Wetter Symbol