Staatsnahe Unternehmen

Wie viel Chefs von Post, Verbund & Co. kassieren

Wirtschaft
19.12.2025 22:00

Der Rechnungshof hat die Spitzengehälter von öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen durchleuchtet. Ergebnis: Die Top-Manager verdienten im Jahr 2024 im Durchschnitt 245.100 Euro. Bei einigen Unternehmen liegen die Bezüge der Führungsriege sogar über dem des Bundeskanzlers.

Wer gut verdient, muss sich nichts vom Christkind wünschen. Demnach hätte der Bundeskanzler mehr Grund, einen Brief ans Christkind zu schreiben, als der Vorstand oder Geschäftsführer einiger öffentlicher Unternehmen.

Nach einer am Freitag veröffentlichten Erhebung des Rechnungshofs verdienten im Jahr 2024 in 30 staatsnahen Unternehmen und Einrichtungen die Mitglieder des Vorstandes oder der Geschäftsführung sogar mehr als Bundeskanzler Christian Stocker, der mit knapp 334.000 Euro brutto pro Jahr heimgeht. Die Rechnungsprüfer haben sich die Einkommen in insgesamt 445 Unternehmen und Einrichtungen des Bundes angesehen. Dort verdiente die Führungsriege im Vorjahr im Durchschnitt 245.100 Euro brutto (Vollzeitäquivalent) pro Jahr. Das sind rund vier Prozent mehr als im Jahr 2023.

Vollzeitäquivalent (VZÄ)

Ist eine Kennzahl, die die Arbeitsleistung von Vollzeit- und Teilzeitkräften vergleichbar macht, indem sie alle Arbeitsstunden in eine fiktive Anzahl von Vollzeitstellen umrechnet.

Die Spitzengehälter im Überblick
Bei den Einkommen führen die drei Vorstandsmitglieder der börsennotierten Österreichischen Post Walter Oblin, Peter Umundum und Barbara Potisk-Eibensteiner mit jeweils durchschnittlich rund 2,2 Millionen Euro brutto pro Jahr das Feld an. Beim Energieunternehmen Verbund, das auch an der Börse ist, lässt man es sich ebenfalls gut gehen. Michael Strugl – ehemals Landeshauptmannstellvertreter in Oberösterreich – kassiert als Vorstandsvorsitzender ebenso wie seine Kollegen in der Führungsriege jeweils durchschnittlich saftige 1,256.900 brutto im Jahr. Auch bei den Verdiensten des Vorstands bei der ÖBAG (Österreichische Beteiligungs AG) könnte der Bundeskanzler erblassen. Hier geht Alleinvorständin Edith Hlawati mit 741.100 Euro brutto im Jahr nach Hause. 

Frauen in Führung weiter deutlich benachteiligt
Nach wie vor bestehen auch in diesen öffentlichen Unternehmen deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern. So lag der Anteil von Frauen in Vorständen und Geschäftsführungen bei nur etwas mehr als einem Viertel. Zudem verdienten sie im Durchschnitt lediglich 86 Prozent des Gehalts ihrer männlichen Kollegen. Etwas ausgeglichener ist die Situation in den Aufsichtsräten: Dort betrug der Frauenanteil rund 39 Prozent, und ihre Vergütung lag im Schnitt bei 93,6 Prozent der Bezüge männlicher Aufsichtsräte.

Rechnungshof fordert Ausweitung der Einkommenserhebung
Die staatsnahen Einrichtungen und Unternehmen vereint, dass sie der Kontrolle des Rechnungshofes unterliegen. Nicht berücksichtigt sind zum Beispiel Unternehmen der Bundesländer, größere Gemeindebetriebe oder gesetzliche Berufsvertretungen. Der Rechnungshof fordert in einer Aussendung eine entsprechende Ausweitung, um künftig auch die Einkommen in diesen Bereichen miteinbeziehen zu können. 

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