Drei Hauptströmungen

Staatsschutz-Chef besorgt: Extremismus im Aufwind

Politik
12.05.2023 12:04

Extremismus ist in Österreich am Vormarsch. Das wurde am Freitag bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2022 betont. Die aktuellen Krisen befeuern demnach die Situation. Der Bericht ist der erste, der von der neuen Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) erstellt wurde. Er wurde von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und DSN-Chef Omar Haijawi-Pirchner präsentiert.

Das Jahr 2022 stand vor allem im Zeichen von Krisen wie dem Krieg in der Ukraine und der schwierigen Energiesituation bzw. der hohen Inflation - multiple Krisen und Herausforderungen, die sich auf die Sicherheitslage auswirken können, wie im Bericht betont wird. Die Gefahren von Extremismus und Terrorismus, Cyber-Attacken oder auch Spionage seien damit erhöht.

Rechtsextremismus, Islamismus und Staatsfeindlichkeit
Die Gefahren gehen laut Karner in erster Linie von drei Strömungen aus: vom Rechtsextremismus, von staatsfeindlichen Verbindungen und vom islamistischen Extremismus. Die Neonazi-Szene oder die sogenannte Neue Rechte, also Gruppierungen wie etwa die Identitären, machte laut Bericht zuletzt etwa bei den Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen auf sich aufmerksam.

Zitat Icon

Die Szene ist derzeit weniger sichtbar, aber deswegen nicht weniger gefährlich. Sie ist von Einzelpersonen oder kleineren Gruppen geprägt, die Radikalisierung erfolgt oft online.

DSN-Chef Omar Haijawi-Pirchner über islamistischen Extremismus in Österreich

Auch entsprechende Aktivitäten im virtuellen Raum sind verstärkt worden, zum Beispiel durch die Einrichtung der Website „Corona-Querfront“. Ziel der Maßnahmen sei es, Akzeptanz weit über das übliche Publikum hinaus zu generieren, wird im Bericht ausgeführt.

Fremdenhass weiterhin stark verbreitet
Gesucht wird dabei etwa die Zusammenarbeit mit Verschwörungsideologen oder rechtsradikal orientierten Staatsverweigerern. Letztere sind ebenfalls zum Teil aus den Protesten gegen die Pandemiemaßnahmen hervorgegangen. Nach dem Ende der Pandemiemaßnahme wurde Kritik an Teuerung als neuer Schwerpunkt erkannt. Asyl- oder fremdenfeindliche Erklärungsmuster sind aber ebenfalls weiter zentraler Bestandteil derartiger Bewegungen, hieß es.

Zitat Icon

Selbstverständlich stehen auch radikale Klimaaktivisten unter Beobachtung des Staatsschutzes.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP)

Waffenfunde in der rechten Szene
Laut Karner wurden bei Kundgebungen auch Holocaustverharmlosungen registriert. Gezeigt habe sich auch, mit welcher möglichen Gewaltbereitschaft zu rechnen ist. Der Minister verwies auf mehrere Waffenfunde in der rechten Szene. 2022 seien mehr als 660 Personen in diesem Bereich angezeigt worden, mehr als 100 Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt, es gab 37 Festnahmen.

Rückkehrer aus dem Bürgerkriegsgebiet Syrien
Eine aktuell weiter hohe Bedrohungslage gebe es auch durch islamistische Extremisten, wurde hervorgehoben. Rückkehrer aus dem Bürgerkriegsgebiet Syrien spielen hier weiter eine Rolle - genauso wie Personen, die demnächst aus der Haft entlassen würden. Die Szene, so betonte Omar Haijawi-Pirchner, sei derzeit weniger sichtbar, „aber deswegen nicht weniger gefährlich“. Sie sei von Einzelpersonen oder kleineren Gruppen geprägt, die Radikalisierung erfolge oft online.

Auch Klimaproteste im Fokus
Eine Erwähnung im Bericht finden auch die Klimaproteste. Minister Karner führte dazu aus: „Selbstverständlich stehen auch radikale Klimaaktivisten unter Beobachtung des Staatsschutzes.“ So sei es etwa ermöglicht worden, zu verhindern, dass das Neujahrskonzert gestört worden sei. Gruppierungen im linksextremen Bereich würden versuchen, die Bewegung für sich zu nutzen. Personen, die sich für Umweltschutz einsetzen, seien aber natürlich nicht per se als verfassungsfeindlich einzustufen, beteuerte er.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.



Kostenlose Spiele