Tödlicher Unfall

Die Stars des Motorsports trauern um Dan Wheldon

Sport
17.10.2011 15:45
Michael Schumacher und weitere Rennfahrer haben am Montag auf den Tod des britischen Rennfahrers Dan Wheldon reagiert. "Wir reden uns ja immer alle ein, dass der Motorsport heutzutage so sicher ist, dass kein Mensch mehr sein Leben lassen muss, aber leider ist das eben doch noch immer Wunschdenken", erklärte Schumacher.

"Wenn man so etwas erfährt, ist man einfach nur schockiert und fassungslos. Ich wünsche seiner Familie jetzt ganz viel Kraft", erklärte der Deutsche auf seiner Homepage weiter.

Ex-Champion Lewis Hamilton teilte mit: "Das ist ein unglaublich trauriger Tag, ein tragischer Verlust. Mein Herz ist in dieser extrem schwierigen Zeit bei seiner Familie und seinen Freunden." Sein englischer McLaren-Teamkollege Jenson Button erinnerte sich an die gemeinsamen Kart-Tage. "Ich habe so viele gute Erinnerungen an Dan aus den frühen 1990er-Jahren. Er war ein Kämpfer, wir haben eine Legende verloren. Ich will gar nicht daran denken, was seine Familie jetzt durchmacht."

"Im Moment bin ich wie gelähmt und sprachlos. In der einen Minute scherzen wir in der Fahrervorstellung herum und in der nächsten ist er tot", sagte der Schotte Dario Franchitti, der die IndyCar-Serie zum dritten Mal in Folge gewann, unter Tränen. 

Ärzte konnten nicht mehr helfen
Wheldon war am Sonntag im Finale der IndyCar-Serie bei einem Horror-Crash, in den insgesamt 15 Autos verwickelt waren, ums Leben gekommen. Bei dem Rennen in Las Vegas donnerte der Wagen des 33-jährigen Briten mit voller Wucht gegen die Streckenbegrenzung. Der zweifache Indianapolis-500-Sieger wurde zwar noch ins Krankenhaus eingeliefert, die Ärzte konnten aber nichts mehr für ihn tun.

Das Drama ereignete sich in der 13. Runde. Wheldons Bolide wurde nach einem Zusammenstoß über ein anderes Auto geschleudert und landete im Fangzaun. Sein Wagen wurde völlig zerstört, mehrere Autos gingen in Flammen auf, drei weitere Piloten wurden verletzt. Die Strecke glich einem Schlachtfeld, das Rennen wurde sofort abgebrochen. Wheldon wurde noch per Hubschrauber ins University Medical Center geflogen. Zwei Stunden später hatten die Ärzte den Kampf gegen den Tod verloren - die Verletzungen waren zu schwer.

"Wie in einem brutalen Film"
"Es war wie in einem brutalen Film. Auf der ganzen Fahrbahn lagen Trümmerteile, man konnte die Rauchschwaden vom Auto aufsteigen sehen und es war ein Feuerball, um den wir herumgefahren sind", sagte Rennkollegin Danica Patrick. "Es gibt dafür keine Worte. Ich bin wie viele andere am Boden zerstört."

Die Fahrer wurden zwei Stunden nach dem Unfall über Wheldons Tod informiert. Die Piloten, von denen viele weinten, drehten anschließend fünf Ehrenrunden für Wheldon. Dieser hatte 2005 und heuer die prestigeträchtigen Indy 500 gewonnen, 2005 war er nach sechs Erfolgen auch Gesamtsieger der Serie.

Es war der erste Todesfall der IndyCar-Serie seit dem tödlichen Unfall des Amerikaners Paul Dana 2006. Auf dem 2,4 Kilometer langen Rundkurs von Las Vegas werden Spitzengeschwindigkeiten von fast 360 Stundenkilometern erzielt. Aufgrund dieses hohen Tempos hatten die Fahrer bereits im Vorfeld des Rennens Bedenken geäußert. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei Dans Familie", sagte IndyCar-Geschäftsführer Randy Bernard.

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