29.03.2005 16:32 |

Unfallversicherung

Preise klaffen um bis zu 330 Prozent auseinander

Bei der Gartenarbeit von der Leiter gefallen? Im Urlaub beim Radeln gestürzt? Oder gehörst du vielleicht zu jenen 85 Menschen, die sich im März uns April krankenhausreif geputzt haben? Mehr als zwei Drittel der Unfälle sind nicht von der gesetzlichen Versicherung abgedeckt, da sie zu Hause, in der Freizeit, im Urlaub oder beim Sport passieren. Eine private Unfallfallversicherung schafft Abhilfe, doch Achtung: Die Preise der Anbieter klaffen um bis zu 330 Prozent auseinander und auch bei der Leistung gibt es enorme Unterschiede.

Die Arbeiterkammer und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) haben in einer aktuellen Studie 35 private Unfallversicherungen untersucht und raten: "Wer einen Abschluss tätigt, sollte genau vergleichen, denn die Preis- und Leistungsunterschiede sind enorm". Vor allem sollten demnach die Leistungen bei verschiedenen körperlichen Schäden und Invaliditätsgraden geprüft werden.

Zwei gängige Tarife
Bei den Unfallversicherungen werden grundsätzlich zwei Varianten angeboten – mit linearem und progressivem Tarif. Beim linearen Tarif erhält der Versicherte einen dem Invaliditätsgrad entsprechenden Prozentsatz der Versicherungssumme. Diese Variante ist oft billiger, bringt im Schadensfall aber auch weniger Geld. Beim progressiven Tarif wird vor allem das Risiko bei hohem Invaliditätsgrad besser abgesichert.

Erhöhte Leistungen bei Invalidität
Die erhöhten Leistungen setzen üblicherweise bei Invaliditätsgraden ab 25 Prozent ein. Beispiel: Wurde eine Versicherungssumme von 100.000 Euro vereinbart, wird bei hundertprozentiger Invalidität und einer Progression von 400 Prozent eine Summe von 400.000 Euro ausgezahlt. Beim linearen Tarif gibt es nur die vereinbarte Versicherungssumme von 100.000 Euro.

Private Versicherung durchaus sinnvoll
Bei bleibender Invalidität wird eine vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt, Unfallkosten werden bis zu einem vereinbarten Betrag – z.B. Berge- und Rücktransport, Ambulanzjet, Pflege- und Heilkosten – abgedeckt. Endet ein Unfall tödlich, wird den Angehörigen der vereinbarte Betrag ausbezahlt. Denn die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur dann, wenn sich der Unfall am oder vom Weg zur Arbeit, Schule oder Kindergarten ereignet.

Fallbeispiel belegt: 330 Prozent Preisunterschied
Wer einen Abschluss tätigen will, sollte Preise und besonders die Leistungen bei körperlichen Schäden und Invalidität genau vergleichen. Eine 30-jährige Person etwa, angestellt in einem Büro, ohne Vorerkrankung oder besonderen Risiken und in der Freizeit recht sportlich, schließt eine Versicherung ab, die 150.000 Euro für Dauerinvalidität, 15.000 Euro für Unfalltod und 3.000 Euro für Unfallkosten auszahlt: In diesem Fall liegt die niedrigste Prämie für Frauen und Männer bei den linearen Tarifen bei knapp 115 Euro pro Jahr, die teuerste bei knapp 392 Euro, also mehr als das Dreifache. Bei den progressiven Tarifen zahlen Männer beim günstigsten Anbieter fast 137 Euro, beim teuersten knapp 452 Euro - eine Differenz von rund 330 Prozent!

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