Ach, wie rührend sind die Reden der Politiker, wenn es um „leistbares“ Wohnen geht: Natürlich müsse das gewährleistet werden, man fördere, so viel nur geht, aber was soll man machen: Die Grundstücke werden immer teurer, das Bauen erst recht, ja, berechtigte Frage: Wie soll da eine junge Familie zu einer „leistbaren“ Wohnung kommen?
Eine der Möglichkeiten ist natürlich neben einer Förderung auch ein Bankkredit - und just dabei wurden per 1. August von der Behörde knallharte Einschränkungen vorgegeben: Die Kriterien wurden dermaßen verschärft, dass schlagartig um 40 Prozent weniger Darlehen vergeben werden konnten, vor allem Jungfamilien müssen sich den Traum von einer größeren Wohnung oder gar einem Eigenheim abschminken.
Das ist übertrieben? Leider nicht. Ein Beispiel: Wenn ein junges Paar Kinder bekommt und deswegen eine größere Wohnung kaufen will, darf bei der Finanzierung der neuen Bleibe die bisherige Wohnung nicht als Sicherheit angerechnet werden (weil sie ja erst später verkauft wird). Das ist ein unverständliches K.-o.-Kriterium für die Jungfamilien und gehört schleunigst geändert.
Es ist schon richtig, dass Banken - man erinnert sich an die Finanzkrise - nicht zu locker Kredite vergeben sollen, aber solche Stolpersteine, das ist geradezu zynisch.
Darum der Appell: Die Bestimmungen für Wohnbaukredite, vor allem an junge Leute, sollten schleunigst vereinfacht und entschärft werden. In Österreich wohnen ohnedies nur 54 Prozent im Eigentum, in Italien 74 Prozent und in Tschechien 78 Prozent.
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