Kameraden verbrannt
Russen sollen Gefallene auf Deponie entsorgt haben
Bevor die ukrainische Stadt Cherson von der Besatzung der Russen befreit wurde, machten Einwohner der Stadt schockierende Beobachtungen. Russische Soldaten hätten mehrmals schwarze Säcke auf die Mülldeponie gebracht, die teilweise dort verbrannt wurden. Ein Müllwagenfahrer berichtete, dass es dort nach verfaultem und verbranntem Fleisch gerochen hätte. Der Verdacht: Die Truppen haben dort ihre gefallenen Kameraden einfach entsorgt.
Wie der britische „Guardian“ berichtete, wurde die Mülldeponie am Rande der Stadt im Laufe des Sommers von den Invasionstruppen streng abgeriegelt - und das soll einen schauderhaften Grund gehabt haben. Der Ort soll von den Russen dazu verwendet worden sein, um sich der gefallenen Kameraden zu entledigen und sie anschließend zu verbrennen.
Zeugen nahmen „schrecklichen Gestank von verbranntem Fleisch“ wahr
Bewohner konnten beobachten, wie russische Lastwagen, auf deren offener Ladefläche schwarze Säcke geladen waren, auf dem Gelände ankamen. Als diese angezündet wurden, habe sich eine große Rauchwolke gebildet, die „einen schrecklichen Gestank von verbranntem Fleisch“ verströmte. Die Zeugen vermuten, dass so gefallene russische Soldaten eingeäschert wurden.
„Jedes Mal, wenn unsere Armee die Russen dort beschoss, brachten sie die Überreste auf die Deponie und verbrannten sie“, wird eine Einwohnerin namens Iryna zitiert. Auch ein Müllwagenfahrer, der anonym bleiben wollte, ist sich sicher: „Sie haben sie weggeworfen und dann den Müll darüber gekippt, und das war‘s." Ob sich in den Säcken Soldaten oder Zivilisten befanden, könne er nicht sagen: „Ich habe es nicht gesehen“, räumt er ein und fügte hinzu: „Aber je weniger du weißt, desto besser schläfst du.“
Russen richteten Kontrollpunkt vor Deponie ein
Eine weitere Müllwagenfahrerin berichtete, dass ein russischer Kontrollpunkt am Eingang der Deponie eingerichtet wurde: „Wir durften uns nicht in die Nähe des Bereichs der Deponie begeben, wo sie die Leichen verbrannten.“ Die Besatzer seien brutal gegen sie vorgegangen: „Eines Tages kamen mein Mann und ich zur falschen Zeit an. Wir kamen hierher (Anm.: zur Deponie), während sie ihr ‚Geschäft‘ erledigten, und sie versetzten meinem Mann mit einem Knüppel einen harten Schlag ins Gesicht."
Die abgelegene Stelle, wo die geheimen Einäscherungen stattgefunden haben sollen, konnte von den Reportern der Zeitung nicht besichtigt werden. Ein Lastwagenfahrer, der auf der Deponie arbeitet, schließt nicht aus, dass die Russen das Gebiet vermint oder Blindgänger zurückgelassen haben könnten.
Ukraine hat kein Interesse an „Grabstätten des Feindes“
Die ukrainischen Behörden beschäftigen sich offenbar nicht mit den Vorgängen auf der Deponie während der Besatzung. „Wir interessieren uns nicht für die Grabstätten des Feindes. Was uns interessiert, ist, die Leichen von Ukrainern zu finden, die hier in der Region Cherson gefoltert, getötet und in Massengräbern begraben wurden“, so ein örtlicher Beamter zum „Guardian“.

















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