Trotz eines neuen Angebotes ist weiterhin keine Lösung im mittlerweile ein halbes Jahr dauernden Arbeitskampf der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL in Sicht. Knapp einen Monat nach der Absage der Saison erklärten Vertreter der Spielergewerkschaft nach einem Treffen am Donnerstag (Ortszeit) in New York, die beiden neuen Offerten stellten eine Verschlechterung gegenüber den bisherigen Angeboten der Liga dar.
Die NHL hatte eine maximale Gehaltssumme von 37,5 Dollar für jedes der 30 Teams vorgeschlagen. Dies sind fünf Millionen weniger als während der letzten Verhandlungen vor der Absage. Die Gewerkschaft hatte damals 49 Millionen Dollar pro Mannschaft gefordert. Zudem betonte NHL-Vizepräsident Bill Daly, das Angebot gelte nur für einen beschränkten Zeitraum. Daly nannte zwar kein Datum, Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Gewerkschaft bis zum Treffen der Vereinschefs am 20. April zustimmen müsste.
Sollte dies nicht geschehen, will die NHL offensichtlich alle anderen Gehaltssummen künftig an die Einnahmen der Clubs binden und nicht mehr als 54 Prozent davon an die Spieler ausschütten. Diese Forderung war kurz vor der Absage fallen gelassen worden, ist aus Sicht von NHL-Chef Gary Bettman aber von zentraler Bedeutung, da die meisten Vereine Verluste erwirtschaften.
Gewerkschaft will das Angebot prüfen
Gewerkschaftsdirektor Ted Saskin kündigte trotz großer Skepsis eine Prüfung des Liga-Angebotes und ein Gegenofferte beim nächsten Treffen an. Sollte es bei den seit Januar 2003 ergebnislos verlaufenden Gesprächen nicht bald zu einer Einigung kommen, erwägt die Liga für den kommenden Winter unter anderem eine Saison mit Ersatzspielern, die nicht der Gewerkschaft angehören.
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