Die Giganten feierten Hand in Hand. Nach einem "Kaiserrennen", das zum Thriller wurde. "Da zerreißen die Nerven ja", stöhnte Alpinchef Hans Pum danach, "würdiger hätte es nicht enden können!" Mit einem Geniestreich fuhr Raich im zweiten Lauf von Rang acht auf drei vor und rettete die Kugel so mit drei Punkten Vorsprung auf Miller. "Ich hab vom Start bis ins Ziel runtergesehen und mir gedacht: Jetzt musst voll angreifen!"
Und obwohl Miller seit gestern endgültig als Gesamt-Weltcupsieger feststeht, war Raich überglücklich: "Ich hab noch keine Riesentorlauf-Kugel und ich weiß, wie schwer sie zu gewinnen ist." Es ist die erste für Österreich seit vier Jahren. Raich: "Dabei wurde am Saisonanfang noch über die rotweißrote Riesentorlauf-Krise geschrieben . . ."
Auch Bode Miller war die Genugtuung anzumerken - erstmals Weltcupsieger, als erster Amerikaner seit Phil Mahre 1983! "Ich wollte diese Kugel unbedingt, weil sie den Besten des Winters auszeichnet", strahlte Miller. "Bode hat sich das absolut verdient", gratulierte auch Vorgänger Maier neidlos.
Ob Miller seine Kristallkugel nächste Saison verteidigt, lässt er offen. Wieder dachte er nach dem Kristall-Triumph daran, eine eigene Pro-Tour zu gründen. "Ich weiß nicht, ob ich im Weltcup weitermache. Ich hab schon mit anderen Läufern gesprochen. Man muss etwas ändern - und wenn einer etwas ändern kann, dann bin es im Moment ich. Ich fahre noch die US-Meisterschaften, dann steig ich sicher bis August nicht auf die Ski - ich hätte genügend Zeit, so was zu organisieren." Und dann fügte er noch an: "Vielleicht kann ich mich ja motivieren und fahre doch bei Olympia, aber dazu werd ich einige Bier brauchen!"
PETER FRAUNEDER BERICHTET AUS LENZERHEIDE
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