Vor Landtagswahl

Frage an Parteichefs: Klimafittes Tirol, aber wie?

Tirol
13.09.2022 15:51

Vor der Landtagswahl am 25. September wollte die „Tiroler Krone“ von den Spitzenkandidaten wissen: Wie ist ein klimafittes Tirol möglich und was machen die Politiker selbst, um mit gutem Beispiel voranzugehen?

Die Tiroler Bevölkerung und insbesondere die Tiroler Landwirtschaft sind mittlerweile vom Klimawandel betroffen. Extreme Hitze vor allem in den Städten, Murenabgänge, Gletscherschmelze und Ernteausfälle zeugen davon. Schon jetzt sind zwei Drittel von Europa durch die Dürre viel zu trocken. Dass Tirol davon noch nicht so betroffen ist, liegt am Gletscher-Schmelzwasser. Doch auch das wird irgendwann aufgebraucht sein. Vor allem für junge Wähler ist die Klimakrise ein wichtiges Thema. Was sind nun die Standpunkte der Spitzenkandidaten?

Die „Krone“ wollte von den Parteichefs wissen, wie sie Tirol klimafit machen wollen.

Anton Mattle (ÖVP): „Energieautonomie“
Dafür brauchen wir die Energieautonomie. Ich setze bei meinem Haus in Galtür auf Fotovoltaik. Es tut gut zu wissen, dass man ein eigener Kraftwerkbetreiber ist. Zudem liefern unsere Wasserkraftwerke Strom für Tausende Haushalte und sind der Garant für Versorgungssicherheit. Von mir gibt es auch ein klares Bekenntnis, die Wasserkraft weiter auszubauen. Wir müssen klimafitte Bergwälder pflanzen und auch so die Auswirkungen des Klimawandels bestmöglich abfedern.

Georg Dornauer (SPÖ): „Wasserkraft!“
Wasserkraft und Solarenergie ausbauen, Verkehr reduzieren. Das sind unsere drei Bausteine für eine schnelle und effiziente Verbesserung unserer Klimabilanz. Wir wollen den öffentlichen Verkehr so attraktiv machen, dass alle Tiroler ihn nutzen können. Die Temporeduktion im Gemeindegebiet ist insbesondere aufgrund der verbesserten Sicherheit eine gute Option. Der Hitze in den Städten ist mit Grünflächen, aber auch der Begrünung von Dächern und Fassaden beizukommen.

Gebi Mair (Grüne): „Fotovoltaik!“
Wir müssen alle Hebel umlegen. Und zwar gleichzeitig. Denn wir erleben aktuell, was uns droht, wenn wir die Klimakrise weiter ignorieren: Dürre, Hitze, Unwetter. Wir müssen retten, was uns wichtig ist. In Tirol können wir viel mehr tun. Beim Fotovoltaik-Ausbau, bei der klimafreundlichen Öffi-Anreise im Tourismus. Mein persönlicher Beitrag ist, dass ich kein Auto besitze. Außerdem habe ich auf 99% vegetarisches Essen umgestellt, das kommt dafür möglichst saisonal aus Tirol.

Markus Abwerzger (FPÖ): „Transit bekämpfen“
Es braucht endlich effektive Maßnahmen gegen den Transitverkehr durch Tirol. Ein wirklich nachhaltiges sektorales Fahrverbot muss eingeführt werden. Es braucht auch dringend Maßnahmen gegen den Hausbrand. Ich selber versuche so oft es geht, mit dem Zug nach Wien zu fahren, die Anbindung ist hervorragend. Eine Temporeduktion auf den Straßen sehen wir mehr als kritisch. Fakt ist, dass man gerade in Stoßzeiten meist eh nur 20 km/h fahren kann oder noch weniger.

Dominik Oberhofer (Neos): „Windräder in Tirol“
Als ersten Schritt müssen erneuerbare Energien endlich ausgebaut werden. Wir Neos werden deswegen einen Sofortplan Energie in der nächsten Legislaturperiode umsetzen. ÖVP und Grüne haben zu lange zugeschaut. Trotz fast zehn Jahren grüner Regierungsbeteiligung steht in Tirol kein einziges Windrad und wir sind Schlusslicht bei der Fotovoltaik. Ich selbst fahre sehr selten mit dem Auto, im Wahlkampf E-Auto und produziere mit einem Balkon-Solar-Panel auch schon eigenen Strom.

Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz): „Verkehr auf Schiene“
Verkehr auf die Schiene bringen, Ausbau alternativer Energien - das geht in Tirol viel zu langsam. Tirol bis zum Jahr 2050 energieautonom zu machen, ist ein viel zu langer Horizont - da wächst ja noch einmal eine Generation heran, bis es soweit ist. Gratis Öffis - das haben wir als Land selber in der Hand. Wir setzen einen Anreiz, um umzusteigen, schonen die Geldtasche der Leute und schützen das Klima. Ich bin Vegetarierin und schaue beim Einkauf auf Regionalität und kurze Transportwege.

Elfriede Hörtnagl (MFG): „Heizkosten runter“
Dank unserer Wasserkraftwerke haben wir in Tirol eine heimische, emissionsfreie und nachhaltige Stromversorgung. Ein gravierendes Kostenproblem stellt jedoch die Verdoppelung der Preise für Holz-Pellets dar. Die extrem hohen Heizmittelkosten in Tirol belasten die Tiroler Haushalte in einem nicht vertretbaren Maße! Aus Überzeugung fahre ich im Ortsgebiet 30 km/h. Es ist schon ein Zeichen von Rücksichtnahme auf gefährdete Verkehrsteilnehmer, insbesondere Kinder.

Pia Tomedi (KPÖ): „Gratis Öffis“
Das Problem beim Klimaschutz ist, dass er oft mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt. Ein gut ausgebauter, auch am Land verfügbarer, kostenloser öffentlicher Verkehr würde Klima und Menschen helfen, niemand steht gerne im Stau in der Rushhour. Die Maßnahmen müssen sinnvoll und praktisch sein für die Bevölkerung. Bezogen auf die Landwirtschaft kommen im Vergleich zu großen Lebensmittelkonzernen die Interessen der kleinen Bauern zu kurz.

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