Man kann den Volkswirten der Banken und den Wirtschaftsforschern durchaus vorwerfen, dass sie die Entwicklung der Inflation falsch eingeschätzt haben. Denn auch nach Kriegsbeginn hieß es, dass die Teuerung im Frühjahr ihren Höhepunkt erreicht hätte.
Man könnte wie in dem bekannten Witz jetzt fragen: „In welchem Frühjahr?“ Zuletzt hieß es, dass es nach diesem Winter eine erste Entspannung gibt, die Prognosen für die Inflation im Jahresschnitt 2023 liegen bei rund 5-6%.
Jetzt hat das Münchner Ifo-Institut einen neuen Ausblick vorgelegt, wonach sie (in Deutschland) im nächsten Jahr noch einmal auf über 9% ansteigen soll und die Wirtschaft schrumpfen wird! Besserung sei erst 2024 zu erwarten.
Man könnte diesem Pessimismus kontern mit der Ansage, dass es jetzt nur noch besser werden kann. Doch man darf die Psychologie nicht unterschätzen: Unternehmer, Konsumenten und Politiker nehmen solche Erwartungen mitunter sehr ernst.
Wenn sie glauben, dass alles so furchtbar wird, dann beginnt die große Zurückhaltung: Es wird weniger investiert, weil man mit weniger Einnahmen rechnet. Die Menschen kaufen weniger ein, fahren nicht auf Urlaub. „Angstsparen“ nennen das die Experten.
Eine Negativspirale, die von Prognosen losgetreten wird, hilft niemandem. Da hört man lieber jenen Experten zu, die bestätigen, dass es kaum möglich ist, über 6 Monate hinaus seriöse Voraussagen zu machen.
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