Havarierter Frachter

Hunderte Meter langer Ölteppich vor Gibraltar

Ausland
02.09.2022 16:47

Vor der Küste von Gibraltar breitet sich ein mehrere hundert Meter langer Ölteppich aus. Es handelt sich um Schweröl, das aus dem Frachter OS 35, der am Montagabend mit einem Flüssiggastanker kollidiert und auf Grund gelaufen war (krone.at berichtete). Der Ölfilm hat sich mittlerweile bereits über die errichteten Ölbarrieren hinaus verbreitet.

Bis Freitagmorgen sind knapp 200 Tonnen Diesel der insgesamt 492 Tonnen Treib- und Schmierstoffe an Bord der havarierten, 178 Meter langen OS 35 abgepumpt worden. Das teilte die Regierung des britischen Überseegebiets am Südzipfel Spaniens auf Twitter mit. Am Vortag war eine größere Menge Öl aus dem Schiff ausgelaufen. Behörden und Umweltschützer befürchten eine Ölpest.

Schiff droht in zwei Teile zu zerbrechen
Trotz schwimmender Barrieren erreichten erste Ölschlieren die Strände von Gibraltar, wie auf Fotos des Lokalsenders GBC zu sehen war. Umweltschützer warnten vor schwerwiegenden Folgen, sollte es nicht rasch gelingen, den gesamten Treibstoff abzupumpen. Der Rumpf des Schiffes ist bereits instabil geworden und droht, in zwei Teile zu zerbrechen. Die Bergung des Wracks könne Wochen dauern, betonte die Regierung Gibraltars.

Flüssiggastanker blieb weitgehend unbeschädigt
Die mit Stahl beladene OS 35 war auf dem Weg in den niederländischen Hafen Vlissingen, als sie am Montag den vor Anker liegenden Flüssiggastanker Adam LNG rammte und danach wegen Wassereinbruchs vor dem Strand auf Grund gesetzt worden. Der 289 Meter lange Gastanker unter der Flagge der Marshallinseln blieb bei dem Zusammenstoß weitgehend unbeschädigt.

Nach Angaben der Polizei wurde ein Crew-Mitglied der OS 35 festgenommen. Medienberichten zufolge, die ein Sprecher der Regierung Gibraltars am Freitag zunächst nicht bestätigte, soll es sich um den Kapitän des Schiffs unter der Flagge des Inselstaates Tuvalu handeln. Der Regierungschef Gibraltars, Fabián Picardo, sagte dem spanischen TV-Sender RTVE, der Kapitän habe sich Anordnungen des Hafenkapitäns widersetzt.

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