In Engelhartszell

Chinesischer Bildhauer auf der Suche nach Toleranz

Oberösterreich
03.09.2022 17:00

Der Maler und Bildhauer Wu Shaoxiang zählt zu einer kritischen Avantgarde in China. Er tritt mit seinem breit gefächerten Werk für Freiheit und Toleranz ein. Das Schütz Art Museum in Engelhartszell präsentiert erstmals einen Querschnitt.

„Ich will raus aus dem Elfenbeinturm, hin zu den Menschen,“ sagt Josef Schütz, Museumsgründer in Engelhartszell. Und diese brauchen zurzeit Impulse Richtung Toleranz und Miteinander, ist er überzeugt. Darum hat er den chinesischen Künstler Wu Shaoxiang eingeladen, der sein Werk diesen Schlüsselwörtern verschrieben hat. Es wird im oberen Geschoß des neuen Museums, das direkt an der Donau liegt, präsentiert.

Einfache, aber klare Botschaft
Zu sehen sind Bildtafeln, die aus vielen Porträts collagiert sind. In der Mitte ein naturgetreues Abbild in Öl, rundherum ordnet der Künstler Fotos aus Zeitschriften an - Gesichter aus allen Kulturen der Welt. „Ich nenne meine Ausstellung: Alle Farben können schön sein“, sagt Shaoxiang dazu. Die Einfachheit seiner Aussage verschlüsselt eine klare Botschaft: Er wünscht sich Freiheit und Gleichberechtigung für alle, das sollen die Bilder ausdrücken.

Die Riesengöttinnen
Shaoxiang, der selbst Repressalien als Künstler in China erlebte, geht aber noch tiefer, denn er vermischt auch kulturelle Traditionen. So hat er für die Ausstellung ein Engelhartszell grandiose Skulpturen geschaffen.

Eyecatcher im Raum ist ein übergroßer Kopf der Aphrodite, fein geschnitzt aus amerikanischer Nuss. Gegenüber steht ein Kopf der Göttin aus Bronze am Sockel. Den Büsten stellt er Farbtafeln gegenüber, die wiederum das Meditative in der Kunst betonen, wie es aber eher die asiatische Tradition vorgibt. Shaoxiang, der schon den Titel „Artist of the Year“ erhalten hat, ist eine Entdeckung wert. 

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