Schweizer „Wunder“ Man zuckt schon zusammen, wenn jedes Monat die Inflationszahlen veröffentlicht werden: Um 9,1% stiegen die Preise im Euroraum im Vergleich zum Vorjahresmonat. In einzelnen Ländern wie im Baltikum sind es sogar 20%. Verblüffend niedrig entwickelt sich die Teuerung hingegen in der Schweiz. Im August meldete das dortige Statistik-Amt einen anstieg der Preise um lediglich 3,5 Prozent.
Notenbank reagiert Das hat mehrere Ursachen. Eine liegt in der Politik der eidgenössischen Notenbank: Sie setzt auf eine Aufwertung des Franken zur Bekämpfung der Inflation, erklärt Wifo-Experte Josef Baumgartner. Allein im letzten Jahr stieg der Kurs gegenüber dem Euro um rund 10%, auch zum Dollar gab es ein Plus. Das verbilligt die Importe z. B. von Energie und dämpft dadurch die Inflation. Die Nachteile - die Schweiz ist für Touristen extrem teuer - nimmt man in Kauf.
Andere Preispolitik Ihre Energie beziehen die Eidgenossen zu einem großen Teil aus Kernkraftwerken, daher trifft sie die Gaskrise nicht. Doch auch die Preispolitik ist eine andere. Für 29% der Waren gibt es „administrative Preise“, die eine Kommission festlegt. Darunter sind Strom, Fernwärme oder der öffentliche Verkehr. In Österreich beträgt dieser Anteil nur 9%. Daher gilt die Schweiz seit jeher als „Hochpreisinsel“, weil sie in vielen Bereichen in die Marktwirtschaft eingreift. Fazit: Die Inflation ist zwar niedrig, aber die Preise waren schon immer höher.
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