Eine 49-jährige Grünburgerin fühlt sich beim Umstieg von der Gastronomie in den Pflegeberuf im Stich gelassen. Eine Überbrückungshilfe wurde ihr verwehrt - dabei sucht Oberösterreich händeringend nach Fachkräften.
Würden mehr Menschen den Weg von Titanilla Schaden gehen, gäbe es womöglich schon bald keinen Pflegekräftemangel mehr. Die 49-Jährige aus Leonstein in der Gemeinde Grünburg hat von der Gastronomie in den Pflegeberuf gewechselt. Seit 1. Juli betreut sie in einer Einrichtung beeinträchtigte Menschen.
Umstieg so schwer wie möglich gemacht
Man möchte meinen, dass das offizielle Oberösterreich, das händeringend nach Fachkräften im Pflegebereich sucht, der Frau auf ihrem Weg einen roten Teppich ausgelegt hat – das Gegenteil sei aber der Fall gewesen, sagt Schaden. Der Umstieg sei ihr finanziell so schwer wie möglich gemacht worden.
Seit 2021 absolviert die 49-Jährige die Ausbildung zur Pflegekraft. Bis zum Abschluss des Praktikums im Juni bekam sie Arbeitslosengeld. Den ersten Lohn ihres neuen Arbeitgebers für Juli erhielt sie im Nachhinein Anfang August.
Antrag zweimal abgelehnt
„Weil ich somit im Juli gar kein Einkommen hatte, habe ich um ein Überbrückungsgeld angesucht“, sagt Schaden, die selbst zu 60 Prozent beeinträchtigt ist. Als die Gemeinde das ablehnte, wandte sie sich an die örtliche Sozialberatungsstelle, die den Antrag bei der Sozialabteilung des Landes einbrachte. Dort wurde er zweimal abgelehnt.
„Das war schlimm. Ich brauchte Geld für Benzin, um überhaupt in die Arbeit fahren und mir etwas zum Essen kaufen zu können.“ Just streikte auch noch das Auto und musste repariert werden. In der Not sprang eine Freundin ein: „Sie hat mir 400 Euro geliehen.“ Zudem brachte der Pfarrer einen 100-Euro-Gutschein vorbei. „So bin ich halbwegs über die Runden gekommen“, sagt Schaden. Der Ärger ist aber noch nicht verraucht: „Da sucht man Pflegekräfte, und dann lässt man sie derart in der Luft hängen.“
Eine Freundin ist eingesprungen und hat mir 400 Euro geliehen. Und der Pfarrer hat einen 100-Euro-Gutschein vorbeigebracht.
Titanilla Schaden
„Entsprach nicht den Richtlinien“
Beim Land heißt es, die Sozialabteilung habe den Antrag anhand der für den Solidaritätsfonds gültigen Richtlinien „sorgfältig geprüft“. Der Antrag wurde abgelehnt, „da die Lebensumstände nicht den Richtlinien entsprachen“.









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