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Ungern gesehener Gast | Mann der Vergangenheit

Die Einladung nach Salzburg schlug Bundeskanzler Nehammer aus - dafür lud er selbst einen Politiker ein, der in den meisten EU-Ländern ein ungern gesehener Gast ist: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán reist gerne zu Wladimir Putin (aber das tut Nehammer ja auch). Oder nach Rumänien, wo er vor der ungarischen Minderheit dann wie in der Vorwoche rassistische Sprüche loslässt - oder gar über Deutschland, Juden und Gas witzelt. In Wien war er trotzdem willkommen, Karl Nehammer versicherte auch, dass er jede Relativierung des Holocaust oder des Antisemitismus „auf das Schärfste“ verurteile, und dieses Thema Orbán gegenüber auch „in aller Offenheit, Freundschaft und Klarheit aufgelöst“ habe. Worauf sich Orbán brüstete: „Ich bin der einzige offen einwanderungsfeindliche Politiker in der EU.“ Hinsichtlich Antisemitismus und Rassismus verfolge er eine „Null-Toleranz-Politik“. Da schau her: Da fragt man sich, wie hart nach den letztwöchigen Ausfällen Orbán mit Orbán ins Gericht ging.

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Ein Mann der Vergangenheit. Die Reaktionen auf den Besuch aus Ungarn fallen vielschichtig aus. Auch jene unter den „Krone“-Kolumnisten. Während „Postler“ Michael Jeannée - wer hätte anderes erwartet? - einige Begeisterung für  Orbán  zeigt und schreibt, er beneide die Ungarn um ihn und Karl Nehammer möge sich, wie von Herbert Kickl empfohlen, etwas von seinem ungarischen Amtskollegen abschauen, weist „Krone“-Außenpolitik-Doyen Kurt Seinitz unter Bezug auf die schon oben erwähnte Rede des ungarischen Ministerpräsidenten in Rumänien darauf hin, dass sich immer wieder zeige, dass Orbán ein Mann sei, „der in der Vergangenheit lebt und die nationalen Urängste seines Volkes auszuschlachten versteht“. Und damit hat er - wie man bei den jüngsten Wahlen in Ungarn gesehen hat - großen Erfolg.

Kommen Sie gut durch den Freitag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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Donnerstag, 18. August 2022
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