Ziel des Vorarlbergers Severin Sigg ist bereits zum 16. Mal die Bundeshauptstadt. Dorthin geht es allerdings auf besonderes Art.
Die Lust am Radeln hat der Hörbranzer vor gut 40 Jahren entdeckt. „Zum 50. Geburtstag haben mir die Gemeindebediensteten ein Fahrrad geschenkt“, erzählt er. Mit 57 Jahren habe er dann die erste größere Tour nach Naturns (Südtirol) unternommen. Mit dem 3-Gang-Rad über den Arlberg, den Reschenpass bis in den Nachbarort von Meran.
Damals, in seiner Bürgermeister-Amtszeit, war er ein Schwergewicht gewesen - weit über 100 Kilogramm brachte er auf die Waage. „Das Radfahren hat mir die Gesundheit wiedergebracht. Ich habe abgenommen und gespürt, wie gut mir die Bewegung tut.“
Das Radfahren hat mir damals die Gesundheit wiedergebracht. Ich habe abgenommen und auch gespürt, wie gut mir die Bewegung tut.
Severin Sigg radelt mit 93 Jahren nach Wien
Größere Radtouren - nicht nur nach Wien - standen im Laufe der Jahre immer wieder auf dem Programm. Zunächst allein, später in kleineren Gruppen. Berlin, Rotterdam, Brüssel, die Loire-Schlösser - all diese Ziele erreichte Serverin Sigg ohne E-Bike. „Das hab‘ ich erst, seitdem ich 91 Jahre alt bin!“
Wien hat der Hobbysportler bereits 15 Mal mit dem Drahtesel „erstrampelt“. „Es ist einfach eine wunderschöne Stadt. Bei der Ankunft gibt es ein Gruppenfoto vor dem Stephansdom. Nach all den Kilometern ist es dann egal, ob es regnet oder nicht.“ Zu groß sei dann die Freude, das Ziel erreicht zu haben.
Viele Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch nach Wien. Und Severin Sigg liebt die Abwechslung. So fuhr er vor einigen Jahren nach Donaueschingen, dort, wo dem Merkspruch nach „Brigach und Breg die Donau zuweg“ bringen. Von der Donauquelle ging es dann über Passau bis ans Ziel. Ein anderes Mal nahm er die Strecke über Kärnten, Slowenien und durchs Burgenland bis in die Bundeshauptstadt.
Enkeltochter mit dem „Rad-Virus“ infiziert
Gemeinsam mit seiner damals zehnjährigen Enkeltochter radelte er über den Arlberg, und die Kleine hatte ordentlich zu kämpfen. „Auf der Alpe Rauz sind wir eingekehrt und die Enkelin sah ein Schild, auf dem stand, dass man niemals aufgeben darf. Daraufhin war sie überzeugt, dass wir es bis Wien schaffen“, erinnert sich der Großvater. Auch später habe sie ihn auf der einen oder anderen Tour begleitet.
Dieses Mal sind Tochter Silvia, deren Mann Peter und zwei Freunden dabei. Am ersten Tourtag stehen für das Quintett der Arlbergpass und 125 von insgesamt 900 Kilometer auf dem Programm. „Die Unterkunft in Flirsch ist gebucht, wie es dann weitergeht, hängt auch ein wenig von den Temperaturen ab“, erzählt Siliva Mittersteiner. Fix ist nur die Route: Über Innsbruck führt die Tour am Inn entlang bis Passau. Von dort weist wieder die Donau den Weg Richtung Steffl.
In Wien wird der rüstige Pensionist dann Gutscheine einlösen, die er zum 90. Geburtstag bekommen hat - etwa für eine Sachertorte im gleichnamigen Hotel. „Eigentlich wollte ich vor drei Jahren fahren, aber dann konnte ich meine pflegebedürftige Frau nicht allein lassen. Inzwischen ist sie leider verstorben“, erzählt er. Mit der 16. Tour will er sich nochmals einen Traum erfüllen. „So etwas sollte man nicht hinausschieben.“














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