
Mit gut zwei Promille Alkohol im Blut ging ein Obersteirer Anfang März in Graz auf eine Russin und einen Russen los. Am Freitag musste er sich am Grazer Straflandesgericht wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung verantworten. An die Tat kann sich der unbescholtene Pensionist überhaupt nicht erinnern : „Ich verstehe selbst nicht, was da passiert ist. Es tut wir wahnsinnig leid.“
Wenige Tage nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ging ein 60-jähriger Obersteirer in Graz auf eine Russin und einen Russen los: Er beschimpfte beide wüst und schlug ihnen ins Gesicht, der Mann - ein Ex-Boxer! - trug einen Nasenbeinbruch davon.
„Alle Russen müssen sterben!“, soll der Pensionist geschrien haben. Bei der Gerichtsverhandlung am Freitag war von diesem Zorn nichts mehr zu spüren: „Es tut mir wahnsinnig leid“, sagte der unbescholtene Obersteirer. Er gesteht alles, obwohl er sich an die Tat überhaupt nicht erinnern kann: „Ich habe vorher sicher 12, 13 Bier getrunken.“ Es war ein „singuläres Ereignis“, sagte sein Anwalt. Sprich: Ein Ausrutscher.
„Bin kein aggressiver Mensch“
Richter Andreas Rom fragte nach: „Sind Sie rassistisch?“ - „Nein, gar nicht. Der Krieg war damals halt Tagesthema. Mir ist aber klar, dass die russische Bevölkerung nichts dafür kann.“ Der Pensionist betonte auch, dass er kein aggressiver Mensch sei und noch nie jemandem wehgetan habe.
Eine Entschuldigung des Angeklagten lehnten die Opfer entschieden ab: „Ich will ihn überhaupt nicht sehen“, so die Russin.
Der Steirer kommt für seinen „Ausrutscher“ mit einer Diversion davon: 1800 Euro Strafe plus 800 Euro Schmerzensgeld pro Opfer. „Zammreißen in Zukunft!“, gab ihm der Richter abschließend noch mit auf den Weg.













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