Wegen Corona-Regeln

Angriffe im Spital: „Viele begegnen uns mit Hass“

Oberösterreich
13.07.2022 06:00

Teils heftig attackiert werden aktuell Mitarbeiter im Linzer Ordensklinikum. Immer wieder drehen Menschen durch, weil beim Eingang ein 3G-Nachweis und eine Maske verlangt werden: „Weil es draußen keine Regeln mehr gibt, wollen das viele nicht verstehen und werden richtig aggressiv“, erzählt Angelina-Shakira Hager (20), sie arbeitet bei der Eingangsschleuse und muss derzeit viel mitmachen.

Angelina-Shakira Hager ist 20 Jahre alt und arbeitet seit Oktober 2020 bei der Eingangsschleuse im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Vor allem in den letzten Wochen hat die junge Frau immer wieder mit verbalen und körperlichen Attacken zu tun: „Wenn man bei uns ins Spital will, muss man sich vorab anmelden, eine Maske tragen und einen 3G-Nachweis vorlegen.“

„Ein Mann, der seine Gattin besuchen wollte, ist zum Beispiel völlig durchgedreht, nachdem ich seinen 3G-Nachweis verlangt habe. Er hat sich auf den Boden fallen lassen und gesagt, ich hätte ihn in einen Herzinfarkt getrieben. Oder im Nachtdienst hat ein Mann zu mir gesagt, dass er mich umbringt. Das sind nur zwei von vielen Beispielen.“

Mann randalierte mit Desinfektionsspender
Vor knapp zwei Wochen musste auch die Polizei zu Hilfe eilen: Ein Mann, der die Corona-Regeln nicht akzeptieren wollte, soll sich einen Desinfektionsspender geschnappt, damit wild um sich geschlagen, Gegenstände zertrümmert und Mitarbeiter mit dem Desinfektionsmittel bespritzt haben. Laut Pflegedirektorin Georgine Gattermayr kein Einzelfall, erst vergangene Woche hatte ein Besucher mit einer Mappe auf eine Mitarbeiterin eingeschlagen – auch hier konnte nur noch die Polizei helfen.

Zitat Icon

Ich bitte die Menschen darum, uns mit mehr Respekt zu behandeln. Wir haben die Corona-Regeln nicht gemacht, wollen nur helfen.

Georgine Gattermayr, Pflegedirektorin bei den Barmherzigen Schwestern in Linz

Auch Ausschreitungen in der Notfallaufnahme
„In den ersten beiden Corona-Wellen war die Stimmung noch eine andere. Das derzeit teils aggressive Verhalten der Menschen, wird im ganzen Krankenhaus zu einem immer größeren Problem“, ist Gattermayr angespannt. „Die Polizei hat uns versichert, dass sie immer sofort da ist, sollte was sein. Diese ganzen Vorfälle machen mental etwas mit unseren Mitarbeitern. Es ist ja nicht nur beim Eingang, auch in der Notfallaufnahme gibt’s immer wieder Polizeieinsätze.

Das ist alles sehr traurig, wir haben ja die Corona-Regeln nicht gemacht. Wir sind nur dafür da, um Menschen zu helfen und bekommen trotzdem so viel Hass ab."

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