Vorarlbergs Gesundheitslandschaft auf Vordermann bringen - dieses Thema hatten die Freiheitlichen am Donnerstag für die Aktuelle Stunde im Vorarlberger Landtag gewählt.
Das Gesundheitssystem entwickelt sich mehr und mehr in Richtung Flughafen Berlin", meinte FPÖ-Gesundheitssprecher Hubert Kinz mit süffisantem Unterton. Es werde immer schwieriger, Hausärzte zu finden, Medizinstudienplätze seien kaum zu ergattern - kurzum: Schwarz-Grün habe sowohl auf Landes- wie auch auf Bundesebene zu wenig für eine langfristige Gesundheitsversorgung unternommen.
Sein Rezept gegen den Ärztemangel: Die Ausbildungsplätze an den Landeskrankenhäusern aufstocken, eine private Medizinuni in Vorarlberg einrichten, attraktivere Verträge für Allgemeinmediziner schaffen - und endlich die fünf Primärversorgungszentren auf Schiene bringen.
Genügend Mediziner da
ÖVP-Gesundheitssprecherin Susanne Andexlinger konnte sich nicht mit allen Ideen der Freiheitlichen anfreunden: „Statistisch gesehen gibt es keinen Ärztemangel, denn genügend Mediziner schließen ihr Studium ab.“ Allerdings würden sich zu wenige Absolventen für das „Einzelkämpfertum“ im niedergelassenen Bereich entscheiden. Auch für die Primärversorgungszentren würden sich kaum Interessenten finden, da „die Rahmenverträge nicht leistungsmotivierend“ seien. Oder wie Nadine Kasper (Grüne) es formulierte: „Von der romantischen Bergdoktor-Idylle sind wir weit entfernt!“
Arbeit als Wahlarzt ist attraktiver
Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bessere Work-Life-Balance - all das würde natürlich dazu führen, dass sich mehr Mediziner für eine Arbeit in den Spitälern oder als Wahlarzt entscheiden würden.
„Wir müssen uns als erstes um attraktive Arbeitsmodelle bemühen“, attestierte auch Johannes Gasser (NEOS). Manuela Auer (SPÖ) wünschte sich eine bessere Anbindung von Wahlärzten an das Kassensystem. „Wahlärzte sollten zumindest für eine befristete Zeit im Kassensystem arbeiten“, forderte sie.
Für einige Probleme will Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher schon das passende Pflaster gefunden haben: Die Prävention laufe, zudem hätte Vorarlberg als einziges Bundesland bereits eine Lehrpraxis für Pädiatrie und Augenheilkunden, nannte sie zwei Beispiele.
Unterm Strich sei sie aber nur für die Landeskrankenhäuser zuständig. „Aber natürlich suchen wir das Gespräch mit den Sozialversicherungsträgern, der Ärztekammer und dem Bund“, versprach sie. Das Herumdoktern am Gesundheitssystem wird also wohl noch andauern
















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