Der Betriebsrat des Roten Kreuzes Innsbruck schlägt Alarm und warnt in einem Schreiben vor einer „gefährlichen Situation im Rettungsdienst im Großraum Innsbruck“. Demnach breche das System zusammen. Zudem sei „die Versorgungsqualität bereits seit Jahren nicht mehr gegeben und inzwischen ist auch die Versorgungssicherheit akut gefährdet“.
Ursache sei jedoch nicht die Pandemie, sondern „die Tatsache, dass sich im Notfall-Rettungsdienst in Tirol seit elf Jahren am System nichts verändert hat und trotz jährlich steigender Einsatzzahlen nie eine adäquate Adaptierung der zur Verfügung stehenden Einsatzmittel - also Rettungswagen- gemacht wurde“, wie Daniel Loner und Stefan Wehinger kritisieren.
Bereits 2019 - also noch vor Corona - sei das System „am Limit“ gewesen, mittlerweile vor dem „Kollaps“.
Wie auch in der Pflege wird der Druck und die Arbeitsbelastung für hautberufliche Sanitäter immer höher.
Daniel Loner und Stefan Wehinger
Steigender Druck und Arbeitsbelastung
Grund seien aber nicht nur die Einsatzmittel. Loner und Wehinger: „Wie auch in der Pflege wird der Druck und die Arbeitsbelastung für hauptberufliche Sanitäter immer höher. Dies führte bereits zu Kündigungen von langjährigen, sehr erfahrenen Kollegen. Diese schützen sich selbst und die eigene Gesundheit mit dem letzten ihnen zur Verfügung stehenden Mittel - das kränkelnde System zu verlassen.“
Deswegen sei im Stadtgebiet von Innsbruck und dessen Umgebung untertags - also zwischen 6 und 22 Uhr - „eine völlige Überlastung der Rettungswagen seit Monaten der Normalzustand“.
Hier wird wissentlich mit der Gesundheit und dem Leben von Menschen gespielt.
Daniel Loner und Stefan Wehinger
Verantwortung beim Land
Doch damit nicht genug: „In der Inntalachse ist der Krankentransport ebenso seit Jahren voll ausgelastet. Vor allem der Ärztliche Leiter Rettungsdienst - welcher im Auftrag des Landes Tirol den Rettungs- und Krankentransport überwacht und kontrolliert - stellt im Jahresbericht 2021 unmissverständlich fest, dass das System bereits ausge- bzw. überlastet ist“, so Loner und Wehinger.
In dieser Art dürfe der Rettungsdienst auf längere Zeit eigentlich nie ausgelastet sein. „Hier wird wissentlich mit der Gesundheit und dem Leben von Menschen gespielt.“
Die Verantwortung sehen die beiden Betriebsräte abschließend klar beim Auftraggeber - also dem Land Tirol: „Es benötigt dringend eingreifende und vor allem rasche Maßnahmen, um die Sicherheit der Menschen in Tirol zu gewährleisten.“








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