Versuchter Mord lautet der Vorwurf gegen den angeklagten Kebabstand-Besitzer. Er sieht sich trotz Angriffe mit einem Holzschwert, einem Pfefferspray und einem mutmaßlichen Messerstich selbst mehr als Opfer.
Es ist eine verworrene Geschichte, die der Angeklagte (41) den Geschworenen beim Prozess am Donnerstag im Salzburger Landesgericht erzählte: Zuerst die gewalttätige Auseinandersetzung mit einem Landsmann (20) auf einem Parkplatz, wo der türkische Familienvater mit einem Pfefferspray und einem 64 Zentimeter Holzschwert seinen Kontrahenten attackierte. Und beim Opfer mehrfach versuchte, dessen Augen nach innen zu drücken. Was der Angeklagte alles aber als „Notwehr“ bezeichnete.
Angeklagter bestreitet Vorwürfe
Dann die Demolierung seines Imbissstandes durch Angehörige des ersten Opfers. Und danach, Stunden später, der blutige Streit im Stiegenhaus des Angeklagten - dort soll er auf einen weiteren Landsmann eingestochen haben. Was er aber auch bestreitet - der Angeklagte leugnet überhaupt ein Messer in der Hand gehabt zu haben.
Mein Mandant ist ein fleißiger Arbeiter und nie aggressiv. Er hatte Angst vor dem Familien-Clan. Da gibt es gewaltbereite Leute, die provoziert haben.
Verteidiger Bernhard Kettl
All dies spielte sich am 12. März 2021 in Bürmoos ab: Staatsanwältin Sandra Wimmer wirft dem Angeklagten versuchten Mord und versuchte, absichtlich schwere Körperverletzung vor. Vor allem der mutmaßliche Messerstich hätte „tödlich enden“ können – der Stich ging durch T-Shirt, Hemd, Pullover und eine Daunenjacke in den Bereich des Herzens, drei Zentimeter tief. „Er versuchte, weiter auf ihn einzustechen.“ Eine Nachbarin konnte die Männer trennen, ein weiterer Nachbar alarmierte die Polizei. „Die Zeugen belasten den Angeklagten“, betonte Wimmer.
Verteidiger spricht von Streitereien mit Familien-Clan
Der Verteidiger Bernhard Kettl ortete Widersprüche in dem Fall und erzählte von Streitereien mit einem Familien-Clan: Das seien „gewaltbereite Leute“, die den Angeklagten „immer wieder provozierten“. Der 41-Jährige betonte selbst: „Ich habe Angst vor den Familien-Mitgliedern.“ An besagtem Tag, nach der ersten blutigen Auseinandersetzung, sei er mehrfach verfolgt worden – er habe selbst auch mehrmals bei der Polizei angerufen. Bei der zweiten Auseinandersetzung sei er auch selbst geschlagen worden: „Ich war blutüberströmt.“ Von einem Messer sagte er aber kein Wort.
Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt.
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