29.06.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Autos als Opfer der Klimapolitik

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Leider erleben wir täglich, dass der Klimawandel voll im Gang und nicht mehr aufzuhalten ist. Die Versuche, den CO2-Ausstoß weltweit ernsthaft zu begrenzen, scheitern an der Realität. Solange Kohlekraftwerke neu gebaut werden und Industrien in Schwellenländern alles in die Luft blasen dürfen, ist eine Trendwende schwierig.

Trotzdem müssen wir auch in Europa etwas tun, um die Emissionen zu reduzieren. Doch es mutet ein bisschen seltsam an, wenn man gerade wegen der Ukraine-Krise umweltschädliche Gastechnologien und Kohle forciert und jetzt beschließt, ab 2035 alle neuen Autos mit Verbrennerkraftstoffen zu verbieten.

Der Pkw-Markt befindet sich im Umbruch. Milliarden werden in Batterie-Werke gesteckt, am Wasserstoff-Auto wird geforscht. Synthetisch erzeugte Treibstoffe (e-fuels) sollen die Emissionen bei Benzinern senken. Doch ob es sinnvoll ist, jetzt das Aus für Benzin und Diesel auszurufen, darf stark bezweifelt werden. Denn welche Technologie am Ende das Rennen bei der Fortbewegung machen wird, ist offen. Der Schwerverkehr braucht andere Lösungen als der Privat-Pkw, die Infrastruktur ist noch lange nicht für eine Energiewende geeignet.

Es geht nicht darum, Umwelt-Musterschüler auf dem Papier zu sein oder der Autoindustrie einen Gefallen zu tun. Nur die Balance zwischen sinnvoller Umweltpolitik und wirtschaftlicher Realität wird von den Menschen in Europa akzeptiert werden.

Manfred Schumi
Manfred Schumi
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