27.06.2022 10:19 |

Engpass im Winter

E-Control: „Gas wird zweifellos knapp werden“

Noch gibt sich das offizielle Österreich entspannt, wenn es um die Gasversorgung geht. Während Deutschland schon die Alarmstufe ausgerufen hat, bleibt man hierzulande bei der Frühwarnstufe. Doch der Energieexperte und ehemalige Vorstand der E-Control, Walter Boltz, zeigt sich mit Blick auf den Winter schon etwas weniger entspannt, denn nach seinen Worten „wird es zweifellos knapp werden“.

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„Die EU setzt wichtige Initiativen, aber wir müssen uns bewusst sein, was auch immer die EU macht, im kommenden Winter nur einen marginalen Einfluss haben wird“, so Boltz gegenüber Ö1 am Montag. Für die kalte Jahreszeit werde man auf nationale oder deutsche Initiativen angewiesen sein. Und eines ist klar: „Es wird sicher schwierig werden“, warnt der Experte. „Alleine die Preise, die wir auf den Gasmärkten sehen, werden eine große Belastung darstellen - für die Wirtschaft, aber auch die Konsumenten.“

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Die EU setzt wichtige Initiativen, aber wir müssen uns bewusst sein, was auch immer die EU macht, im kommenden Winter nur einen marginalen Einfluss haben wird.

Energieexperte Walter Boltz

Speicherstände sehr relevant
Neben den Preisen spielen natürlich auch die Speicherstände eine Rolle, wenn es darum geht, wie knapp die Gasversorgung werden wird. Selbst wenn wir derzeit bei 42 Prozent stehen und momentan gut unterwegs sind, könne sich das natürlich jederzeit ändern.

Daher wäre es laut dem Experten ratsam, auch die Österreicher zur Reduktion des Gasverbrauchs aufzurufen, denn „jedes Einsparen, kann die Situation im Winter entspannen“. Boltz bekrittelte zugleich, dass bei der Beschaffung von neuen Quellen noch nichts passiert ist.

Lieferstopp für Österreich wohl schwer zu stemmen
Was ein Gaslieferstopp für Österreich tatsächlich bedeuten würde, wagt auch der Experte nicht vorherzusagen. Das hänge vor allem auch damit zusammen, wie Europa darauf reagieren würde: „Wenn die Gasversorgung zwischen den Mitgliedsstaaten ausgeglichen wird, würden in Europa 15-20 Prozent fehlen. Damit wären die Folgen wohl erkennbar, aber es gäbe wohl keine massive Schließung von Betrieben als Folge der Rationierung“, so der Experte.

Müsste Österreich allerdings alleine damit fertig werden, sähe die Sache anders aus und es dürfte Boltz zufolge wohl zu einem „massiven Rückgang“ in der Industrie kommen.

Solidarität in Europa
Die Empfehlung des Experten wäre daher sehr stark in Richtung Solidarität mit Nachbarstaaten zu arbeiten, und die Möglichkeiten auszuschöpfen, Gas von anderen Regionen zu beziehen - und das alles als Gemeinschaft, um sich nicht gegenseitig auszustechen und die Preise damit weiterzutreiben.

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