Haubitzen geliefert

Neue Waffen gegen Putins übermächtige Artillerie

Ausland
21.06.2022 17:05

Wuchtige und schnelle Feuerkraft - das soll die Panzerhaubitze 2000 den ukrainischen Streitkräften bieten. Sieben Stück der modernsten Artilleriegeschütze der Bundeswehr hat Deutschland jetzt an die Ukraine geliefert. Sie sind Teil einer umfangreichen Waffenlieferung, die das deutsche Kanzleramt am Dienstag erstmals veröffentlichte. Auch die geplanten Exporte wurden bekannt gegeben. Bisher waren diese immer der Geheimhaltung unterworfen. 

„Endlich“ sei die Panzerhaubitze im Arsenal der Artillerie, schrieb der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow am Dienstag auf Twitter. Er dankte seiner deutschen Amtskollegin Christine Lambrecht (SPD) „für alle Bemühungen“ zur Unterstützung der Ukraine. Zuvor hatte das Land bereits US-amerikanische, britische, polnische und französische Haubitzen erhalten. Kiew hofft auf noch stärkere Unterstützung.

Erstmals schwere Waffen aus Deutschland
Es sind die ersten schweren Waffen, die Deutschland in die Ukraine geliefert hat. Die Panzerhaubitze ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen. Mit Spezialmunition sind sogar zwischen 50 und 100 km Reichweite möglich. Die Bundeswehr hat solche Geschütze derzeit in Litauen zum Schutz der NATO-Ostflanke stationiert.

Die ukrainischen Streitkräfte hoffen, mit der Panzerhaubitze 2000 der übermächtigen russischen Artillerie besser standhalten zu können. Das Besondere an der Waffe ist, dass sie für ihre Wuchtigkeit und Panzerung immer noch sehr mobil ist. Die Panzerhaubitze kann somit innerhalb kürzester Zeit die Stellung wechseln und so Feindfeuer entgehen. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hatte kürzlich gesagt, die russische Artillerie sei der ukrainischen um das 15-fache überlegen.

Bisher waren Lieferungen geheim
Mit der Veröffentlichung der geplanten und bereits vollzogenen Waffenlieferungen passe man sich der Praxis der engsten Verbündeten - zum Beispiel der USA - an, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit den Schritt. Die Liste enthält alle Waffen und anderen Rüstungsgüter, die bereits geliefert wurden oder deren Lieferung geplant ist. Bisher war sie nur für Abgeordnete in der Geheimschutzstelle des Bundestags einsehbar.

Die im Internet einsehbare Liste solle künftig ständig aktualisiert werden, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit. Lieferungen, die demnach aktuell durchgeführt oder vorbereitet werden, beinhalten eine Reihe schwerer Waffensysteme: etwa 30 Flakpanzer des Typs Gepard, drei Mehrfachraketenwerfer Mars mit Munition, das Artillerieortungsradar Cobra und zehn Anti-Drohnen-Kanonen.

Deutschland schickt große Mengen Munition
Hinzu kommen 4,8 Millionen Schuss Handmunition, 53.000 Schuss Flakpanzermunition und 10.000 Schuss Artilleriemunition, die noch geliefert werden sollen. Weiters sind in den geplanten Lieferungen enthalten 54 gepanzerte Truppentransporter inklusive Bewaffnung, 80 Toyota Pick-up-Fahrzeuge, 22 Lkw und 65 Kühlschränke für Sanitätsmaterial.

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