French Open

Kann Zverev Nadal die Geburtstagsparty vermiesen?

Tennis
02.06.2022 11:37

Zwei Siege trennen Rafael Nadal von seinem 14. French-Open-Titel. Im Semifinale der Roland Garros trifft der Spanier auf Alexander Zverev, der zuletzt Shootingstar Carlos Alcaraz aus dem Turnier werfen konnte. 

„Der König ist noch immer da“, hatte L’Equipe nach Rafael Nadals Sieg über Novak Djokovic im Viertelfinale der French Open getitelt. Noch da und nur noch zwei Siege von seinem 22. Grand-Slam-Titel entfernt, mit dem der Mallorquiner seinen Vorsprung in der ewigen Bestenliste auf Djokovic und Federer auf zwei Majors ausbauen würde. Dafür muss Rafa am Freitag an seinem 36. Geburtstag im Semifinale von Paris zunächst den Weltranglisten-Dritten Alexander Zverev bezwingen.

„Dann wird es superschwer“
Dabei hatte Nadal letzten Herbst, als er verletzt pausierte, noch nicht einmal gewusst, ob er je wieder einen Grand Slam spielen würde, kurz vor den French Open litt er dann wieder an großen Fußschmerzen. Es ist dies ein chronisches Problem, das sogenannte Müller-Weiss-Syndrom, das Nadal mal stärker mal schwächer zu schaffen macht, aktuell ist wohl noch immer ersteres der Fall, denn Rafa sprach dieser Tage oft davon, dass es seine letzten Spiele in Paris sein könnten. „Ich habe, was ich habe in meinem Fuß. Wenn wir also nicht in der Lage sind, eine Verbesserung oder eine kleine Lösung dafür zu finden, dann wird es superschwer für mich.“

Zverev überzeugt im Viertelfinale
Auf dem Platz merkt man das Nadal freilich nicht an. Er läuft und läuft und läuft, schlägt unglaubliche Bälle und kämpft bis zum Umfallen. So entzauberte er auch den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic in einem Spiel, das für die meisten Experten das vorweggenommene Endspiel war - zumindest, nachdem Alexander Zverev unmittelbar zuvor Jungstar Carlos Alcaraz eliminiert hatte. Ein Match, das des Deutschen ersten Sieg über einen Top-Ten-Spieler bei einem Grand Slam hervorbrachte und eine kräftige Warnung an Nadal sein sollte. Denn es war Zverevs wohl stärkste Vorstellung bei einem der vier wichtigsten Turniere des Jahres. „Das Beste, was Zverev passieren konnte, war Alcaraz“, behauptete Legende John McEnroe und meinte dabei nicht den Sieg des Deutschen. „Niemand hat bei diesem Turnier von Sascha gesprochen.“

Jagd auf Tennis-Thron
Die Außenseiterrolle behagt Zverev insgeheim, auch wenn er sie öffentlich ablehnt. „Ich bin jetzt 25 Jahre alt, in dem Alter sollte ich durchaus auch einmal einen Grand Slam gewinnen.“ Sascha wäre dann der aktuell jüngste Spieler mit einem solchen Titel, zudem würde er mit einem solchen den Tennis-Thron als Nummer eins der Welt übernehmen. Doch schon nach seiner beeindruckenden Vorstellung gegen Alcaraz wusste Zverev: „Mein nächstes Match wird sicher nicht leichter.“ Am Freitag gegen den 13-maligen König von Paris, Rafael Nadal.

Auch dieses Duell fühlt sich mit Blick auf die andere Hälfte, in der doch etwas überraschend Casper Ruud und Marin Cilic ins Semifinale kamen, wieder wie ein kleines vorweggenommenes Endspiel an.

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