Wasserfreuden
Kleine Teiche mit großer Wirkung
Der Begriff "Mini-Teich" ist sehr weit gefasst: Von Komplett-Sets von 50 cm bis zu etwa 2,5 Metern Durchmesser, die im Gartenboden eingegraben oder auf Balkon oder Terrasse aufgebaut werden, über ausrangierte und fantasievoll umgestaltete Wein-, Bierfässer, alte Baby-Badewannen bis hin zu einfachen Kübeln und Schalen kann (beinahe) jedes Gefäß für die Anlegung eines Miniatur-Wassergartens herangezogen werden. Mit der richtigen Dekoration und Bepflanzung entstehen so wunderschöne kleine und idyllische Wasseroasen im Miniformat.
So baust du einen Mini-Teich
Grundsätzlich lassen sich Mini-Teiche schon mit den einfachsten Mitteln umsetzen. Will man nicht in ein Komplett-Teichset investieren, so finden sich brauchbare Gefäße in Hülle und Fülle: Selbst ein alter Plastikkübel kann für den sommerlichen Eyecatcher eingesetzt werden. Wichtig ist dann nur, ihn entsprechend zu verkleiden, z.B. mit Schilf oder Kork. Auch Keramikgefäße sind grundsätzlich geeignet. Allerdings sind sie oft nicht winterfest und müssen daher im Herbst vor dem Frost entleert werden.
Das jeweilige Behältnis sollte mindestens zehn bis fünfzehn Zentimeter Wasserhöhe zulassen, denn dies ist die Mindesthöhe für viele Wasserpflanzen (Sumpfbereiche der Teiche). Was den besten Standort betrifft, so scheiden sich an dieser Frage oft die Geister der Mini-Teich-Fans: Die einen empfehlen mindestens sechs Stunden Sonne am Tag, damit die Pflanzen gut gedeihen können (für Seerosen sogar acht Stunden), die anderen raten zu maximal zwei Stunden praller Sonne, da sich sonst das Algenproblem kaum in den Griff bekommen lässt. Einig sind sich alle aber: Ganztägig schattige und nördlich ausgerichteten Plätze kommen als gute Standorte nicht infrage.
Tipp: Die Pflanzen selbst in größeren, wasserdurchlässigen und nach Möglichkeit durchsichtigen Pflanztöpfen in das Gefäß setzen. Das erleichtert wesentlich die laufende Pflege und Reinigung des Behälters. Die Töpfe werden zunächst mit einem Drittel Kies befüllt, dann wird die Pflanze hineingesetzt und der Rest des Pflanztopfes wieder mit Kies aufgefüllt. Der Kies sorgt nicht nur dafür, dass die Pflanze im Wasser beschwert wird, sondern auch, dass die Erde nicht zu stark im Wasser ausgeschwemmt wird. Dann das Gefäß vollständig mit Wasser füllen.
Achtung: Soll der Mini-Teich auf Balkonen oder Terrassen angelegt werden, vorab unbedingt die (erlaubte) Tragfähigkeit prüfen, da auch schon kleine Teiche alles in allem ein ganz ordentliches Gewicht erreichen können.
Gestaltung des kleinen Teichs
Das Wichtigste ist natürlich die Wahl der Pflanzen, die entscheidend dazu beiträgt, ob und wie lange man seine Freude mit dem Miniatur-Teich hat. Wichtig: Tiere und vor allem Fische haben in solchen Mini-Teichen nichts zu suchen.
Bei der Bepflanzung selbst spielen neben persönlichen Vorlieben und Geschmack vor allem zwei Kriterien eine Rolle: die Wassertiefe und ob noch eine Umlaufpumpe eingesetzt wird oder bestimmte Pflanzen – so gut wie möglich – die Wasserreinigung übernehmen sollen. In Hinblick auf die Wassertiefe ist zu beachten, dass einige Pflanzen vorwiegend unter Wasser wachsen oder sich in tiefen Teichzonen am wohlsten fühlen - etwa die beliebte Seerose -, andere gedeihen im Flachwasser oder in der Sumpfzone.
Am besten man lässt sich hier auf kein Risiko ein und informiert sich ausführlich bei Gärtnereien und Fachhandel.
Einige Tipps:
- Sauerstoff: Unterwasserpflanzen wie z.B. Wasserpest, Tannenwedel und Hornblatt reichern das Wasser mit Sauerstoff an und sollen dafür sorgen, dass es klar bleibt.
- Bepflanzung: Beliebt sind vor allem schwach wachsende Wasserpflanzen, z.B. Sumpfvergissmeinicht, Zwergbinse, Sumpfkalla. Ansprüche an Wasserstandshöhe beachten! Die Seerosen-Hybriden sehen mit ihren großen Blüten besonders dekorativ aus, benötigen jedoch eine Wasserhöhe von mindestens 45 bis 60 cm.
- Flache Gefäße: Zwergseerosen kommen im Regelfall auch schon mit ca. 15 cm Wasserhöhe gut zurecht. Auch sonst sind sie recht resistent und können sogar das Durchfrieren bei einer Überwinterung im Freien überleben.
- Erde: Vor allem in kleineren Gefäßen sollte auf Erde ganz verzichtet werden. In der prallen Sonne kann u.U. das Algenwachstum förmlich explodieren. Falls doch unbedingt Erde benötigt wird, spezielle Teicherde (nährstoffarm und daher weniger Algenbildung) verwenden.
Laufende Pflege und Überwinterung
Im Allgemeinen sollte das Wasser im Mini-Teich nicht ausgetauscht werden, lediglich das verdunstete Wasser muss regelmäßig mit Regen- oder (kalkarmen) Leitungswasser nachgefüllt werden. Das große Aber an der Sache: "Meiner Erfahrung nach liegt das Problem bei Mini-Teichen darin, dass sie trotz größter Mühe aufgrund der geringen Wassermengen sehr leicht und auch stark veralgen. Im Ergebnis sehen daher viele Mini-Teiche nach relativ kurzer Zeit ziemlich unansehnlich aus. An einer gründlichen Reinigung, inklusive Entleeren des gesamten Behältnisses und neu Auffüllen, in regelmäßigen Abständen führt daher meist kein Weg vorbei", so Gärtnermeister Michael Flaschberger.
Für die Überwinterung gilt: Bis auf einige Ausnahmen wie z.B. Wasserhyazinthe oder tropische Seerosen sind die meisten Sumpf- und Wasserpflanzen frosthart. Allerdings muss das Mini-Teich-Gefäß im Winter geschützt werden (Vlies, Noppenfolie, etc.).




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