13.05.2022 16:15 |

Blutige Wunden am Kopf

Krähe terrorisiert Siedlung: „Nur mit Helm raus“

Eine einzelne Krähe versetzt im obersteirischen Kapfenberg eine ganze Siedlung in Angst und Schrecken: Der Vogel attackiert die Bewohner immer wieder am Kopf, von mehr als einem Dutzend Betroffenen ist die Rede. Den Behörden werfen die Anrainer schwere Versäumnisse vor. Nun kommt aber Bewegung in die Sache ...

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Nur noch mit Skihelm geht Walter Weberhofer zum Komposthaufen in seinem Garten. „Vier- oder fünfmal hat mich die Krähe schon attackiert. Auch meiner Frau habe ich gesagt, sie darf ohne Besen nicht mehr die Wäsche aufhängen.“ Der Schock über die jüngste Attacke am 30. März - das Datum weiß er genau - sitzt bei dem 80-Jährigen besonders tief: „Das war eine ordentliche Verletzung, die Wunde hat stark geblutet.“

Mit Beserl in der Hand, das er ständig über seinen Kopf kreisen lässt, tritt Peter Ebner vor seine Haustür in der Kapfenberger Josefsiedlung am Ramsauer Hochplateau: „Vorbeifahrende werden sich denken, der Ebner hat einen Pecker, aber das ist mir egal“, lacht der 72-Jährige.

„Postler trauen sich nicht mehr her“
Trotz ernstem Hintergrund rennt am Freitag bei einem Lokalaugenschein der „Krone“ der Schmäh. Immer mehr Betroffene kommen aus ihren Häusern, um ihre schaurigen Erlebnisse zu schildern: „Ich bin gerade unter meinem Rosenbogen gestanden, als mich die Krähe von hinten attackiert und sich auf meinen Kopf gesetzt hat“, ist auch Waltraud Russ Teil der irren Geschichte. „Unsere Postler trauen sich schon lange nicht mehr her, nur wegen einer Werbesendung kommen sie nicht.“

Die Betroffenen eint nicht nur Angst, sondern auch das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden: „Was muss denn noch passieren, damit endlich etwas unternommen wird?“, berichten sie von einem „Spießrutenlauf“ bei sämtlichen Behörden.

Krähen streng geschützt und intelligent
Als Held könnte nun Erwin Fuchs vom Platz gehen. Der Chef der Kapfenberger Sportvereinigung (KSV), selbst in der Nähe beheimatet, hat sich der Sache angenommen: „Abschießen kann und will ich den Vogel natürlich nicht, aber den Bewohnern muss geholfen werden – und das rasch“, setzt er auch in seiner Funktion als Vizebürgermeister alle Hebel in Bewegung.

Problem hausgemacht: Tier wurde angefüttert
Und tatsächlich scheint eine Lösung greifbar: „Das Tier hat ein Anrainer angefüttert, weshalb es fehlgeprägt wurde“, erläutert Wolfgang Klösch (Bezirkshauptmannschaft Bruck-Mürzzuschlag). Da „Gefahr für die Gesundheit von Menschen“ bestünde, gab die Abteilung 13 des Landes als oberste Artenschutzbehörde jetzt grünes Licht für das Einfangen des geschützten Vogels.

Wie rasch das gelingen kann, steht jedoch in den Sternen: „Krähen sind äußerst intelligent. Außerdem ist gerade Schonzeit, vor Mitte Juni wird das nichts werden“, zerstreut Maria Feldgrill, Leiterin des Naturschutzzentrums Weitental in Bruck, wohin der Vogel verbracht werden soll, die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Helmsaison.

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