Auch Tierarztrechnungen wollen bezahlt sein. Eigentlich berappt man diese im Normalfall aus eigener Tasche, nicht so allerdings die 20-jährige Direktionsassistentin eines Hotels im Unterland (Vorarlberg). Diese holte sich eine kräftige Finanzspritze für ihr Ross, indem sie Abrechnungen manipulierte und Gelder für sich abzweigte.
In Anlehnung an „Don Quijote“ vermittelte auch die Angeklagte am Dienstag im Prozess den Eindruck eines Ritters von trauriger Gestalt. Denn wie ihr männliches Pendant konnte auch sie irgendwann Wahrheit und Fiktion nicht mehr unterscheiden, was zur Folge hatte, dass auch sie gegen Windmühlen kämpfte. In ihrem Fall finanzielle. Der Unterschied: Im Roman von Miguel de Cervantes hatte Don Quijote nie einen Arbeitgeber betrogen noch Arztrechnungen für seinen klapprigen Gaul „Rosinante“ mit gestohlenem Geld bezahlt. Weshalb er sich, im Gegensatz zu der einstigen Direktionsassistentin des besagten Hotels, auch nie wegen Veruntreuung und Diebstahls bei Gericht verantworten musste.
Entschuldigung bei Hoteldirektor
Im vergangenen Jahr hatte die 20-Jährige nämlich über fünf Monate lang ihre verantwortungsvolle Position in dem Unternehmen missbraucht und bei den Abrechnungen geschummelt. So zwackte sie von den jeweiligen Tageslosungen immer einen Teil des Geldes für sich ab. In Summe rund, 7500 Euro. Dazu kamen 1900 Euro an Münzgeld aus dem Parkautomaten des Hotels. Die Sache flog schließlich auf. Im Prozess gestand die Angeklagte ihre Schuld ein, hat mittlerweile den Schaden sogar zurückbezahlt und sich beim Hoteldirektor in einem Schreiben für die Verzweiflungstat entschuldigt. Deshalb einigte man sich bei Gericht auf eine Diversion, wodurch ihr eine Vorstrafe erspart bleibt. Strafe: 1800 Euro Geldbuße und 100 Euro Verfahrenskosten. Hauptsache, „Rosinante“ geht es wieder gut.
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