Weniger ist mehr

Richtig gießen spart Zeit, Wasser und Geld

Wohnkrone News
22.06.2011 18:19
Nicht nur wir leiden an heißen Tagen an Durst. Auch die Gartenpflanzen und der Rasen wollen mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden. Mindestens ebenso wichtig wie ausreichendes Gießen ist allerdings auch das richtige Gießen – den Pflanzen und der Wasserabrechnung zuliebe.

"Je mehr, umso besser", lautet für viele heimische Hobbygärtner der Grundsatz, wenn es um die sommerliche Wasser-Versorgung von Rasen, Rosen, Gemüse & Co geht. Stimmt natürlich so nicht. Gerade beim Gießen im Sommer werden die häufigsten Fehler gemacht. Das schadet nicht nur den Pflanzen und beeinträchtigt unter Umständen deren optimale Entwicklung, sondern kann im Übrigen auch kräftig ins Geld gehen. "Wasser sparsam, aber gezielt und fachmännisch einsetzen", lautet daher die wichtigste Regel für den sommerlichen Guss.

Die wichtigsten Gieß-Regeln
Notorische Langschläfer werden es nicht gerne hören: Gießen sollte man stets am frühen Morgen. Bis zur größten Mittagshitze ist das Wasser verdunstet und die Pflanzen können es leichter aufnehmen. Zusätzlich können feuchte Böden über Nacht zu verschiedensten Pilzerkrankungen (z.B. Falscher Mehltau) führen und darüber hinaus auch ungeliebte Gäste, allen voran die gefräßigen Schnecken, anziehen.

Besser (und gesamt gesehen auch sparsamer) ist es, weniger (je nach Witterung ein- oder zweimal pro Woche), aber dafür ausreichend und richtig zu gießen. Werden Beetpflanzen etwa alle heißen Tage mit (oberflächlicher) Feuchtigkeit versorgt, werden sie – wer kann es ihnen verübeln? – einfach "faul", das heißt, sie entwickeln sich zu Flachwurzlern, weil sie nicht tiefer im Boden nach Feuchtigkeit suchen müssen. Die Folge: Gerade diese Pflanzen sind dann sehr anfällig für eine rasche Austrocknung!

Rosen und Strauchpflanzen müssen stets direkt um den Stamm herum gewässert werden. In sommerlichen Hitzephasen sind manchmal vielleicht sogar zwei Durchgänge erforderlich, damit sich um den Stamm ausreichend Feuchtigkeit sammeln kann.

"Einmal den Boden auflockern, spart zweimal Gießen", sagen erfahrene Gärtner. Wird die Erde regelmäßig mit einer Hacke aufgelockert, bleibt sie länger feucht und kann Gieß- und Regenwasser wesentlich besser aufnehmen.

Unterschiedliche Pflanzen, unterschiedliche Bedürfnisse
Erst die blühende Vielfalt macht einen Garten zu einem unverwechselbaren grünen Paradies. Doch auch diese Vielfalt muss beim richtigen Gießen beachtet werden. Nicht alle Pflanzen haben gleiche Wasser-Versorgungsansprüche: Es gibt die Vieltrinker (z.B. die beliebten Sommerflieder) und diejenigen, die es auch gerne einmal etwas trockener (z.B. alpine Pflanzen) haben. Also, nicht alles muss bei einem Gieß-Durchgang gegossen werden und vor allem nicht in der gleichen Intensität.

Vor allem Pflanzen an sehr sonnigen Standorten benötigen wesentlich mehr Gieß-Aufmerksamkeit als ihre Kollegen an schattigen Stellen. 

Das gilt übrigens auch nach Regenschauer: Ist der kurze Wasserguss für manche Pflanzen absolut ausreichend, muss bei anderen nachgegossen werden.

Achtung: Regen täuscht oft! Vor allem an Plätzen unter Hausvorsprüngen, Bäumen oder Sträuchern kann die Erde trotz heftigen Prasselns ziemlich trocken bleiben.

Eine Ausnahme beim Gießen stellen Jungpflanzen, Aussaaten und Setzlinge dar: Diese müssen besonders intensiv gegossen werden, ebenso wie einige Gemüsesorten (z.B. Tomaten).

Es grünt so grün…
Leider tut er das nicht immer und vor allem auch nicht gleichmäßig: In vielen Gärten ist der Rasen stets ein "Problemkind". Eine Ursache dafür liegt sehr häufig im falschen Gießen. Es wird zu viel - und gleichzeitig zu wenig gegossen.

Denn damit sich der Rasen gut entwickeln kann, muss das Wasser stets an seine Wurzeln gelangen. Und die liegen einige Zentimeter tief in der Erde. Oberflächliches, häufiges Bewässern hilft Rasen – und Gartenbesitzer – also nichts.

Lieber einmal in der Woche gießen, dafür aber richtig und so ausgiebig, dass die Erde mindestens fünf- bis zehn Zentimeter tief gut durchfeuchtet ist. Wer einen Rasenspengler einsetzt, kann testen, wie viel Zeit benötigt wird, um zu diesem Ergebnis zu gelangen.

Und noch einige "sparsame" Gieß-Tipps

  • Mulchen: Eine Mulchschicht hält die Erde nicht nur länger feucht, da sie dem Verdunsten des Wassers entgegenwirkt, sondern verhindert auch das Wachsen von Unkraut. Nicht nur Wasser, sondern auch viel Zeit kann so gespart werden. Auch bei Balkonpflanzen kann man mit einer Mulchschicht in den Töpfen (z.B. feiner Kies oder feiner Rindenmulch) die Erde länger feucht halten.
  • Regenwasser sammeln: In Großmutters Zeiten stand in jedem Garten zumindest eine Regentonne. Regenwasser zu sammeln und damit zu gießen, spart nicht nur Wasser ein, sondern tut auch den (meisten) Pflanzen gut.
  • Gießkanne: Zugegeben, flächendeckendes Wässern durch moderne Hilfsmittel ist bequem, verschwendet aber viel Wasser. Tipp: Öfters wieder einmal zu der Gießkanne greifen, Zusatzvorteil: Eine gezielte Bewässerung, ohne die Blätter nass zu machen.
  • Gute Böden helfen, Wasser zu sparen. Mittelschwere Böden können am besten Wasser speichern. Daher bei Gartenbeeten den Sandböden Lehm oder den Tonböden Sand untermengen.
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