19.04.2022 12:56 |

Reaktionen aus Politik

Hermann Nitsch gestorben - „Werk wird weiterleben“

Große Betroffenheit in Österreichs Politik, nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass der Aktionskünstler, Maler und Komponist Hermann Nitsch am Ostermontag im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Politikerinnen und Politiker vom Bundespräsidenten abwärts würdigten Nitsch in ersten Reaktionen als einen bedeutenden Künstler, der Großes geschaffen habe.

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„Mit ausdrucksstarken Bildern und aufsehenerregenden Aktionen hat er die heimische Kunstwelt neu definiert. Nun ist der Großmeister des Aktionismus von uns gegangen: Hermann Nitsch ist tot“, meldete sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu Wort. „Die heimische Kunst ist damit um eine ihrer auch international bedeutendsten Persönlichkeiten ärmer. Konsequent hat Hermann Nitsch über Jahrzehnte hinweg an seinem kultischen Stil gearbeitet, seine Werke und sein Wirken haben niemanden kaltgelassen. Österreich trauert um einen unbestechlichen und faszinierenden Maler und einen beeindruckenden Menschen. Sein Werk wird weiterleben, dessen bin ich mir gewiss“, so der Bundespräsident in einer Aussendung.

„Großartiger Universalkünstler“
„Mit dem Tod von Hermann Nitsch verliert Österreich einen großartigen Universalkünstler, der die Kunstszene über sechs Jahrzehnte lang nachhaltig geprägt hat wie kein anderer“, ließ Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) verlauten. Nitsch habe „Österreich mit seiner Aktionskunst international positioniert und Kunstgeschichte geschrieben. Er war eine herausragende Persönlichkeit, ein großartiger Botschafter der Kunst, aber vor allem ein sensibler und ganz feinsinniger Mensch.“

„Irritierendes und Verstörendes, dabei doch fröhlich und sinnlich“
„Mit Hermann Nitsch verliert die Kunstwelt, verliert Österreich einen der prägendsten Künstler der letzten Jahrzehnte. Er hat mit enormer Willens- und Schaffenskraft sowie großartigem Eigensinn tief in die menschliche Existenz geschaut und Irritierendes und Verstörendes zutage gefördert und dabei doch fröhlich und sinnlich das Leben zelebriert“, hieß es in einem Tweet von Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler (Grüne).

„Grenzen des Kunstschaffens neu definiert“
„Heute hat uns ein wahrhaft einzigartiger Künstler verlassen“, formulierte es Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne). „Seine vielfältige Auseinandersetzung mit Kunst, Ästhetik, Religion und Philosophie hat Hermann Nitschs Werk förmlich durchzogen. Seine Großformate ziehen Menschen in ihren Bann, wie es kaum andere Kunstwerke können. Mit den Orgien-Mysterien-Spielen hat Nitsch die Grenzen des Kunstschaffens neu definiert.“ Persönlich beeindruckt habe sie vor allem „seine Durchsetzungskraft und seine Standhaftigkeit trotz aller Kritik, die ihm vor allem zu Beginn entgegengeschlagen ist“.

„Von Prinzendorf über Wien die ganze Welt begeistert“
Als „Personifikation der österreichischen Aktionskunst“ bezeichnete Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) in einem Tweet den Toten. „Bis in die Gegenwart faszinierte er durch seinen innovativen Geist. Dass er sein Sechs-Tage-Spiel nicht mehr erleben kann, schmerzt sehr. Er wird in Erinnerung bleiben als einer der ganz großen österreichischen Künstler, der von Prinzendorf über Wien, Bayreuth, Paris und die USA die ganze Welt begeistert und verändert hat.“

„Künstler von Weltrang“
Als erste Politikerin hatte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) reagiert. „Hermann Nitsch war ein Künstler von Weltrang und einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler überhaupt. Wir waren und sind unglaublich stolz, dass er eine so tiefe Verbindung zu Niederösterreich hatte und bei uns in Prinzendorf ein Zuhause gefunden hat. Denn Hermann Nitsch war nicht nur ein großartiger Botschafter unseres Landes in der ganzen Welt, sondern auch eine ganz große Persönlichkeit, die gerne in unserem Land gelebt und unserem Land viel gegeben hat.“

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