Fünf Werke gekauft

Baumit-Offensive auf dem deutschen Markt

Wirtschaft
09.04.2022 06:00
Porträt von Manfred Schumi
Von Manfred Schumi

Die österreichische Baumit-Gruppe (knapp 1,5 Milliarden Euro Umsatz, 4500 Mitarbeiter) hat in den letzten zwei Jahren vom Bau-Boom profitiert. Zukäufe waren allerdings schwierig, da in der Pandemie persönliche Verhandlungen kaum möglich waren. Doch jetzt ist auf dem wichtigen deutschen Markt ein großer Zukauf geglückt.

Zur „Dr. Arnold Schäfer GmbH“ gehörten vier Trockenbaustoff-Werke unter der Marke Sakret und ein Farbenwerk („Diessner“) in Berlin. In Summe kommen dadurch 100 Millionen Euro Umsatz dazu. „In Deutschland springen wir dadurch heuer auf 400 Millionen Euro, dort ist dann unser größter Markt, noch vor Österreich“, freut sich Baumit-Beteiligungs-Chef Gerald Prinzhorn. Das Geschäftsvolumen in unserem Nachbarland wird sich im Vergleich zu 2019 sogar verdoppeln.

Baumit nun flächendeckend vertreten
Sakret ist eine internationale Marke, die Schäfer GmbH war einer von mehreren Lizenznehmern in Deutschland. Da die vier Werke, in denen Trockenmörtel für den Baustoffhandel und Baumärkte hergestellt wird, geografisch in der Mitte liegen, konnte Baumit eine Lücke schließen und ist jetzt flächendeckend mit 14 Produktionsstandorten vertreten. Prinzhorn: „In unserer Branche wird üblicherweise nur in einem Radius von 200 Kilometern geliefert.“

In 25 Ländern aktiv
Insgesamt ist der Baustoff-Hersteller Baumit (Putze, Estriche usw.), der im Wesentlichen der Familie des Industriellen Robert Schmid („Wopfinger“) gehört, in 25 Ländern in Europa aktiv. Die Auslandsexpansion startete ursprünglich in Osteuropa. Je ein Werk gibt es auch in der Ukraine und in Russland, ein Betrieb ist dort aktuell nicht möglich.

Gruppe will weiter wachsen - aber in Europa
„Weiße Flecken“ auf der Baumit-Landkarte gibt es noch in Skandinavien (Prinzhorn: „Die haben andere Bauweisen“). In Großbritannien scheiterte ein möglicher Zukauf an den Covid-Restriktionen. Prinzipiell will die Gruppe weiter wachsen, sich aber auf Europa (inklusive Türkei) beschränken. Prinzhorn: „In China haben wir es schon versucht und unsere Lehren gezogen.“

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