Politische Unruhen

Bahrain-Grand-Prix wird am 30. Oktober nachgeholt

Sport
03.06.2011 16:48
Gegen den Willen der Teams und trotz heftiger Kritik von Menschenrechtlern wird der Grand Prix von Bahrain doch noch in dieser Saison nachgeholt. Der Internationale Automobilverband (FIA) setzte den wegen der politischen Unruhen ausgefallenen Saisonauftakt am Freitag für den 30. Oktober neu an. Am letzten Oktober-Wochenende sollte eigentlich die Formel-1-Premiere in Indien steigen, die nun stattdessen voraussichtlich am 11. Dezember als Saisonfinale ausgetragen wird.

Durch die Rückkehr von Bahrain wächst der Rennkalender wieder auf die Rekordzahl von 20 Rennen. "Im Namen von Bahrain danke ich Bernie Ecclestone, Jean Todt, der FIA und dem Rest der Motorsportgemeinde für die Unterstützung und das Verständnis, das sie uns in diesem Jahr entgegengebracht haben", sagte Zayed R. Alzayani, der Chef des Bahrain International Circuit in einer Pressemitteilung.

Er kam damit einer Mitteilung der FIA zuvor, die zusammen mit Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone dem Golfstaat eine Fristverlängerung gewährt hatten. Der Brite beteuerte am Freitag vor der Sitzung des Weltrats, dass es keine Frage des Geldes sei. Gleichwohl bedeutet die Neuansetzung des eigentlich für den 13. März geplanten Rennens, dass die Antrittsgage von rund 30 Millionen Euro nun doch in die Taschen des Rechteinhabers CVC und der Teams fließt. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass die Rennställe zum Start in Sachir verpflichtet sind - sonst drohen Strafgelder.

Ross Brawn: "Total inakzeptabel"
Unmut bei den Teams dürfte auch der noch nicht offiziell bestätigte neue Termin für das Indien-Debüt am dritten Adventsonntag auslösen. Die Rennställe waren gegen eine Verlängerung der ohnehin kräfteraubenden Saison schon vor der FIA-Entscheidung Sturm gelaufen. Mercedes-Teamchef Ross Brawn hatte ein Grand-Prix-Finale am 11. Dezember als "total inakzeptabel" bezeichnet.

Vor einer Rückkehr nach Bahrain hatte zuvor auch die Menschenrechts-Organisation Human Rights Watch in einem Brief an FIA-Präsident Todt und McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, Chef der F1-Teamvereinigung, eindringlich gewarnt. Im Zuge der Unruhen waren auch zahlreiche Mitarbeiter des BIC verhaftet worden. Insgesamt 24 Menschen waren bei den Protesten ums Leben gekommen.

Teams orten Diskussionsbedarf 
Red Bull und das Mercedes-Team sehen nach der Neuansetzung des Rennens in Bahrain noch Gesprächsbedarf. "Wir werden die korrekten Wege gehen und die Entscheidung in einem angemessenen Forum mit den anderen Formel-1-Teams und unseren FOTA-Partnern diskutieren", teilte das Team des deutschen Titelverteidigers Sebastian Vettel am Freitag auf seiner Homepage und via "Twitter" mit. 

Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug kündigte eine interne Debatte in der Teamvereinigung FOTA an. Die Rennställe hatten sich vor dem Votum des Internationalen Automobilverbands gegen eine Verlängerung der Saison bis in den Dezember ausgesprochen.

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