Wirbel in Südtirol

Streit um 2G führt zu Gemeinderatsrücktritt

Ausland
17.03.2022 19:16

Aus Protest gegen das Verhalten des Bürgermeisters ist am Donnerstag der Gemeinderat in Kastelruth zurückgetreten. Ortschef Andreas Colli weigert sich nämlich, seinen Corona-Status mitzuteilen. Dies müsste er aber aufgrund der geltenden 2G-Pflicht. Denn Angestellte ab 50 Jahren müssen geimpft oder genesen sein, um am Arbeitsplatz erscheinen zu dürfen.

Mehrere Versuche seien gescheitert, die in den vergangenen Wochen aufgeworfene Thematik zur 2G-Pflicht mit dem Bürgermeister, der eine impfkritische Haltung vertreten soll, zu diskutieren, hieß es in einer Mitteilung der Fraktion der örtlichen Mitglieder der Südtiroler Volkspartei (SVP). „Es ist der Bevölkerung, die sich an die geltenden Vorschriften hält, nicht zumutbar, dass dies in der Gemeindeverwaltung nicht geschieht“, protestierten die SVP-Gemeinderatsmitglieder.

Bürgermeister sieht persönlichen Angriff
Dies und andere Divergenzen rund um die Corona-Restriktionen bewogen die 17 Mitglieder aus den Reihen der SVP und einer Freien Liste am Donnerstag zum Rücktritt. Colli betrachtete den Rücktritt der 17 Gemeinderäte indes als persönlichen Angriff auf ihn. Man habe nach einem Grund gesucht, um ihn vom Amt zu entheben, sagte der Ortschef laut der Internetplattform „stol.it“.

Die italienische Regierung will ab April die Corona-Restriktionen lockern. Ab dem 1. April fällt auch die 2G-Pflicht für den Zugang von Beschäftigten über 50 Jahre zum Arbeitsplatz. Ab dem 1. Mai wird die 2G- und 3G-Pflicht komplett fallen. Das Farbensystem zur Regelung der Restriktionen in den Regionen wurde abgeschafft. Wer mit positiv getesteten Personen in Kontakt kommt, muss nicht mehr in Quarantäne, lediglich Infizierte müssen in Heimisolation. Die Impfpflicht für Italiener über 50 Jahre und für das Gesundheitspersonal sowie für Mitarbeiter von Seniorenheimen bleibt erhalten. Die Maskenpflicht im Innenbereich bleibt bis zum 30. April bestehen.

91 Prozent der Italiener über zwölf Jahren geimpft
Die Regierung hat auch beschlossen, dass alle Corona-bedingten Restriktionen an Orten wie Fußballstadien und Tanzlokalen am 1. April enden werden. In Italien haben 91 Prozent der Bevölkerung im Alter von über zwölf Jahren zumindest eine Impfdosis erhalten. Gesundheitsminister Roberto Speranza bezeichnete die Impfkampagne in Italien als Erfolg.

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