Pilotprojekt

Hilfe daheim, damit das Heim noch warten kann

Tirol
13.03.2022 10:00

Die Pflege im Alter ist - darüber sind sich Fachleute einig - eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die EU fördert nun das Pilotprojekt „Community Nursing“. Dahinter steckt ein einfaches, aber effektives Konzept der Hilfe daheim. In Tirol sind Innsbruck, Hall und Brixlegg in der Pilotphase dabei.

„Die Ausschreibung läuft, im April möchten wir gerne starten“, formuliert Innsbrucks Sozial- und Gesundheitsreferent Vize-BM Johannes Anzengruber (ÖVP) das ambitionierte Ziel für das Pilotprojekt „Community Nursing“. Der ausgebildete Gesundheitswissenschaftler war Feuer und Flamme, als er von dem EU-Projekt erfuhr. Anzengruber ist überzeugt, dass sich die Idee durchsetzen wird: „Es ermöglicht Senioren, länger daheim zu bleiben und Angehörige besser zu unterstützen. Für Innsbruck wäre es überhaupt das erste kostenlose Angebot dieser Art für pflegende Angehörige.“

Die EU stellt für Österreich 54,2 Millionen Euro bereit
54,2 Millionen Euro stellt die Europäischen Kommission Österreich für die Umsetzung des Pilotprojektes zur Verfügung. 150 „Community Nurses“ waren das Ziel des Gesundheitsministeriums, 192 in 123 Gemeinden und Regionen wurden schließlich vor Kurzem genehmigt. Mit Brixlegg, Hall und Innsbruck sind allerdings lediglich drei Kommunen in Tirol in der ersten Phase bis 2024 dabei.

Zentrale Ansprechstelle, regelmäßige Hausbesuche
Die praktische Umsetzung des Konzeptes „Community Nursing“ folgt einem simplen Prinzip: Vorbeugen ist besser als heilen. Hauptzielgruppe sind Senioren über 75, aber nicht nur Pflegebedürftige. Ihre Ansprechpartner: diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen. Diese sind in einem eigenen Stützpunkt oder einer Ordination mit Sprechstunden tätig. Zusätzlich erledigen sie bei Bedarf Hausbesuche bei Pflegebedürftigen und deren Angehörigen.

Für Arzl und Mühlau eine Diplomkraft
Für Innsbruck ist vorerst eine Diplomkraft für die Stadtteile Arzl und Mühlau vorgesehen. Anzengruber begründet die Gebietsauswahl mit der Struktur dieser Stadtteile, in denen ältere Personen eher den Anschluss an Hilfsangebote im Zentrum zu verlieren drohen und vereinsamen. Die Folge: Betroffene müssen früher als notwendig in ein Altenheim. „Häufig wäre das mit einfachen Hilfestellungen zu vermeiden“, erläutert der Sozialreferent.

Neben Innsbruck sind Hall und Brixlegg am Start
Auch Brixlegg startet mit einer „Community Nurse“, Hall mit zwei für die Gebiete Schönegg und Altstadt. Die neuen Fachkräfte sind jedoch keine Einzelkämpfer. Sie sollen mit Pflegeheimen, Ärzten und anderen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen vernetzt werden.

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