10.03.2022 16:00 |

Blutkonserven

„Noch keine Anfragen für Lieferungen in Ukraine“

Bundesrettungskommandant Gerry Foitik vom Roten Kreuz ließ am Mittwoch aufhorchen: Die Lagerbestände an Blutkonserven seien in Österreich aktuell sehr niedrig. Und um die Versorgung der Verletzten in der Ukraine weiter gewährleisten zu können, bitte er um Blutspenden. Die Lage in Tirol zeigt sich allerdings anders.

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„Im Roten Kreuz Tirol verzeichnen wir derzeit zwar einen leichten Rückgang bei den Blutspenden, den wir auf die – auch Covid-bedingten – erhöhten Kranken- bzw. Rekonvaleszenz-Stände zurückführen. Dennoch sind die Lagerbestände hoch und der Bedarf an Blutkonserven kann in Tirol gut gedeckt werden“, stellt Manfred Gaber, Leiter des Blutspendedienstes Tirol, klar. Prinzipiell unterscheiden sich die Blutlagerbestände im Westen häufig von jenen im Osten, erklärt er.

Dem bundesweiten Aufruf zur Blutspende mit Fokus auf die Ukraine steht er mit einer Portion Skepsis gegenüber. „Denn aktuell liegen weder dem Österreichischen Roten Kreuz Tirol noch der Blutbank Innsbruck Anfragen für Lieferungen von Blutkonserven in die Ukraine oder in die Nachbarländer vor. Da Blutkonserven eine Haltbarkeit von 42 Tagen haben, ist ein präventives Hochfahren bei den Blutlagerbeständen in Hinblick auf mögliche Blutkonservenlieferungen in die Ukraine nur bedingt zielführend“, argumentiert Gaber.

Das heißt: Das Ziel des Blutspendedienstes Tirol ist, dass Menschen dann Blut für die Ukraine spenden, wenn gezielt dazu aufgerufen wird. „Wobei mit Stand heute nicht einzuschätzen ist, ob es auch tatsächlich zu so einem Aufruf kommen wird“, teilt der Leiter mit.

„Wir können jetzt nicht in die Ukraine liefern“
Und er berichtigt: „Blutspenden, die wir jetzt entgegennehmen, können wir nicht in die Ukraine liefern. Es ist wichtig, dass die Menschen keine falsche Erwartungshaltung entwickeln.“

Als Einsatzorganisation sei man immer für den Ernstfall gerüstet. „Wir evaluieren die Lage tagtäglich. Sollte sich abzeichnen, dass wir für die Versorgung von Menschen in der Ukraine oder auf der Flucht einen erhöhten Bedarf an lebensrettenden Blutkonserven haben, setzen wir Spendenaufrufe ab“, betont Gaber.

Spendenbereitschaft sei in Tirol prinzipiell hoch
Die Spenden- sowie Hilfsbereitschaft der Menschen in Tirol sei hoch. Daher sei man sich auch sicher, dass die Spender im Fall dem konkreten Aufruf folgen und mit ihrem Blut dazu beitragen werden, den vom Ukraine-Konflikt betroffenen Menschen mit Blutspenden zu helfen.

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