Mi, 19. September 2018

Stress mit Nachbarn

26.05.2011 16:48

Strauss-Kahn zieht in Stadthaus für 60.000 Dollar Miete

Nach erheblichem Ärger mit seinen Nachbarn muss der wegen sexueller Gewalt angeklagte Dominique Strauss-Kahn erneut umziehen. Ein Richter in New York akzeptierte am Mittwochabend (Ortszeit) eine neue Adresse für den unter schärfstem Hausarrest stehenden Ex-Chef des IWF. Die neue Bleibe ist ein dreistöckiges Stadthaus im Süden Manhattans für 60.000 Dollar Miete, das er vor seinem Prozess nur für Arzt- und Synagogen-Besuche oder Anwalts- und Gerichtstermine verlassen darf.

Bisher wohnte der 62-Jährige in einem Gebäude am Broadway. In eine ursprünglich ausgesuchte Wohnung hatte DSK, wie Strauss-Kahn in Frankreich genannt wird, gar nicht erst einziehen können, weil sich auch damals Nachbarn quergelegt hatten. Diese hatten das angeführt, was jetzt auch die Bewohner im zweiten Wohnhaus sagen: Durch Polizei, Wachdienst und vor allem die vielen Journalisten sei die Ruhe der anderen Mieter gestört.

Äußerst luxuriöse Bleibe
Nach einem Bericht des US-Senders CNN zog Strauss-Kahn in der Nacht zum Donnerstag in ein dreistöckiges Stadthaus (Bild) im Süden von Manhattan. Die neue, äußerst luxuriöse Bleibe bietet dem Franzosen Luxus pur: ein hauseigenes Kino mit Ledersesseln, ein Fitness- und Wellness-Center, eine Dachterrasse mit Grillvorrichtungen und eine voll ausgestattete Bar im Schlafzimmer.

Der Sender zeigte den einst mächtigsten Banker der Welt zufrieden lächelnd beim Verlassen seiner Übergangsbleibe nahe Ground Zero. Das neue Domizil liegt nur wenige Straßenblocks entfernt, ebenfalls im Stadtteil Tribeca. Hier wird Strauss-Kahn voraussichtlich bis zu seinem Prozess wegen versuchter Vergewaltigung leben. Dem CNN-Bericht nach verfügt das Haus über eine Wohnfläche von 680 Quadratmetern. Der Wert des Hauses werde auf 14 Millionen Dollar (zehn Millionen Euro) geschätzt, die monatliche Miete soll nach neuesten CNN-Angaben rund 60.000 Dollar (über 42.000 Euro) betragen.

Streng bewacht und mit Fußfessel
Strauss-Kahn soll vor eineinhalb Wochen ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel überfallen und zum Oralsex gezwungen haben. Nach seiner Festnahme in der Ersten Klasse eines Air-France-Fluges saß er zuerst in Polizeigewahrsam in Harlem und dann in einer Einzelzelle auf der berüchtigten Gefängnisinsel Rikers Island im New Yorker East River. Gegen eine Kaution von insgesamt sechs Millionen Dollar wurde er zwar bis zum Prozess auf freien Fuß gesetzt, er darf die vom Gericht akzeptierte Wohnung aber nur für für den Arzt, die Synagoge oder Anwalts- und Gerichtstermine verlassen.

Zudem muss Strauss-Kahn auf Anweisung eines New Yorker Richters eine elektronische Fußfessel tragen. Vor der Tür steht ein bewaffneter Wärter, Kameras überwachen jeden Schritt des Franzosen. Das alles soll 200.000 Dollar pro Monat kosten - zu zahlen vom Angeklagten.

Anwälte: Ex-IWF-Chef wird "vollkommen entlastet"
Indes haben die Anwälte Strauss-Kahns eine Kontaktaufnahme mit dem mutmaßlichen Opfer bestritten. Berichte französischer und US-Medien über Kontakte mit dem 32-jährigen Zimmermädchen oder dessen Familie seien "falsch", erklärten die Anwälte Benjamin Brafman and William Taylor am Mittwochabend in New York. Brafman betonte dabei erneut die Unschuld seines Mandanten: "Wir glauben weiter, dass Herr Strauss-Kahn vollkommen entlastet wird."

Die "New York Post" hatte berichtet, dass "Freunde" von Strauss-Kahn der in Armut lebenden Familie des mutmaßlichen Opfers im westafrikanischen Guinea Geld angeboten haben sollen.

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