06.03.2022 10:22 |

Noch Luft nach oben

Erstmals mehr als 40 Prozent Frauen im Nationalrat

Der Frauenanteil im Nationalrat beträgt erstmals mehr als 40 Prozent. Genau 41,5 Prozent oder 76 von 183 Abgeordneten sind weiblich, im Vorjahr kam man noch auf 39,9 Prozent. In der Rangliste der Regierungen mit den meisten Frauen in der EU liegt Österreich gemeinsam mit Estland und Litauen auf Platz sechs, Spanien führt das Feld mit 60,9 Prozent an. In Österreich sind nun aber auch beide Staatssekretärinnen Frauen - zählt man sie zur Regierung hinzu, kommt man auf 52,9 Prozent weiblicher Mitglieder.

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Das zeigt eine Auswertung des ehemaligen ÖVP-Klubdirektors und jetzigen Präsidenten des Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen Werner Zögernitz. Die Zahl der Frauen in der Bundesregierung blieb im Vergleich zum Vorjahr gleich. 46,7 Prozent oder sieben von 15 Regierungsmitgliedern sind weiblich. Im EU-Durchschnitt steht Österreich damit alles andere als schlecht dar: 32,3 Prozent weibliche Mitglieder haben Regierungen der Europäischen Union im Schnitt. 

In der zweiten Kammer des Parlaments, dem Bundesrat, ist der Frauenanteil indes von 42,6 Prozent auf 41 Prozent gesunken. Allerdings steht ihm in der ersten Hälfte des Jahres 2022 eine Frau vor - die Vorarlberger ÖVP-Politikerin Christine Schwarz-Fuchs.

Keine Veränderung bei Landeshauptleuten
Die Niederösterreicherin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) steht als einzige Frau an der Spitze eines Bundeslandes. Bei den Landesregierungen - ohne die nicht amtsführenden Stadträte in Wien hinzuzuzählen - erhöhte sich der Anteil der Frauen von 38,2 im Vorjahr auf 39,7 Prozent. Hinter diesen Zahlen steckt allerdings nur ein weibliches Landesregierungsmitglied mehr als im Vorjahr. Den höchsten Frauenanteil in Landesregierungen gibt es mit 50 Prozent in der Steiermark und Tirol, den niedrigsten mit 28,6 Prozent in Salzburg. In den Landtagen gibt es eine Steigerung von 35,7 auf 36,6 Prozent Frauen.

Unter den 19 in Österreich gewählten Mitgliedern des EU-Parlaments finden sich weiterhin acht Frauen - damit sind 42,1 Prozent von ihnen weiblich.

Nur wünschen kann man sich all diese Prozentwerte in den österreichischen Gemeinden. Die Zahl der Bürgermeisterinnen und weiblichen Gemeinderäte stieg leicht, allerdings kommt man immer noch auf nur 9,5 Prozent Ortschefinnen und 24,6 Prozent Gemeinderätinnen. Schon höher ist da der EU-Schnitt mit 17,4 Prozent Bürgermeisterinnen und 34,4 Prozent Gemeinderätinnen.

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