Skistar Hans Knauss muss mit einer bis zu zweijährigen Sperre wegen Dopings rechnen. Auch die B-Probe ergab einen positiven Befund, sagte die Generalsekretärin des Internationalen Skiverbandes FIS, Sarah Lewis, am Mittwoch. Knauss ist nun bis zu einer Stellungnahme vor der Doping-Kommission der FIS von allen Alpin-Rennen suspendiert.
Seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft inBormio (28. Jänner bis 13. Februar) ist damit so gut wieausgeschlossen, da nach FIS-Angaben eine Anhörung erst zwischendem 16. und 18. Februar in Oberstdorf vorgesehen ist.
Positiver Doping-Test in Lake Louise Im Urin des 33-Jährigen war Ende November beider Weltcup-Abfahrt im kanadischen Lake Louise ein erhöhterNandrolonwert von 4,2 Nanogramm festgestellt worden. Erlaubt sind2,5 Nanogramm. Seit Bekanntwerden der positiven A-Probe MitteDezember beim Weltcup in Gröden/Italien hat Knauss keineRennen mehr bestritten. Der Riesenslalom-Vizeweltmeister fühltsich unschuldig und erklärte den hohen Nandrolonwert mitmöglicherweise verunreinigten Nahrungsergänzungs-Mitteln.Nach Angaben seines Rechtsanwalts will Knauss an der lückenlosenAufklärung seines Falles mitarbeiten.
Bei Knauss handelt es sich um den bislang spektakulärstenDopingfall im alpinen Rennsport. 1989 verlor die FranzösinChristelle Guignard WM-Bronze, weil sie der Einnahme des AufputschmittelsNiketamid überführt wurde. Alain Baxter (Großbritannien)musste 2002 wegen Metamphetaminen seine olympische Bronzemedailleabgeben. Er erklärte dies mit der Einnahme von Nasenspray;die Sperre wurde daraufhin um vier Monate verkürzt.
Österreichs Slalom-Weltcupsieger Rainer Schönfelderkam bei den nationalen Meisterschaften im März 2004 mit einerVerwarnung davon. Nach seinen Angaben hatte er bei der Einnahmeeines Grippemittels die verbotene Substanz Etilefrin übersehen.Der Österreichische Skiverband (ÖSV) verzichtete daraufhinauf eine Sperre. Weil Knauss jedoch bei einem Weltcup-Rennen positivgetestet wurde, ist nun die FIS Herrin des Doping-Verfahrens.
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