Mo, 19. November 2018

Fukushima-Unglück

18.05.2011 08:27

Arbeiter dringen erstmals in Block 2 vor

Erstmals seit Beginn der Atomkatastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima haben mehrere Arbeiter den Block 2 (Bild) der Anlage inspiziert. Mit Schutzanzügen und Sauerstoffgeräten ausgerüstet, betraten vier Männer am Mittwoch jenen Teil des Kraftwerks, der am 15. März von einer Explosion erschüttert worden war, wie die Betreibergesellschaft Tepco mitteilte.

Die Arbeiter nahmen in Block 2 Messungen zur Radioaktivität vor und prüften den Reaktor auf Schäden. Nach 14 Minuten verließen sie das Gebäude. In Reaktor 2 des Kraftwerks drangen zwar im April bereits ferngesteuerte Roboter vor. Allerdings beschlugen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit ihre Linsen, sodass die Radioaktivität nicht gemessen werden konnte. Anfang Mai hatten Arbeiter bereits den ebenfalls schwer beschädigten Reaktor 1 des Atomkraftwerks betreten.

Trotz zahlreicher Rückschläge will Japan das havarierte Atomkraftwerk Fukushima bis Jänner unter Kontrolle bringen. Tepco erklärte, wegen der zahlreichen Probleme hierbei jedoch neue Wege einschlagen zu müssen.

Neuer Plan zur Kühlung des Reaktors
Nachdem in der vergangenen Woche ein neues Leck an dem Unglückskraftwerk entdeckt worden war, sollen die beschädigten Reaktoren nun nicht mehr wie bisher geplant zur Kühlung mit Wasser geflutet werden. Stattdessen soll ein Kreislauf des vorhandenen Wassers die Reaktoren kühlen. Mit dem neuen Plan soll offenbar vermieden werden, dass durch Lecks erneut radioaktiv verseuchtes Wasser austritt.

Mehr als zwei Monate nach der Reaktorkatastrophe entsendet nun auch die Internationale Atomenergiebehörde IAEO mit Sitz in Wien ein internationales Expertenteam nach Japan. 20 Fachleute aus einem Dutzend Ländern unter der Leitung des britischen Chefinspektors für Atomkraft, Mike Weightman, besucht von 24. Mai bis 2. Juni das Atomkraftwerk, berichtete die Organisation am Dienstag. Die Atomexperten werden sich mit den japanischen Behörden über die Lehren aus der Krise austauschen und Sicherheitsbestimmungen begutachten.

Behörden: "Auf jeden Fortschritt folgte ein Rückschlag"
Die Gefahr von neuen Explosionen sei zwar gesunken, hieß es bei den Behörden des Landes. Jedem Fortschritt sei aber ein neuer Rückschlag gefolgt. Wie erst vor Kurzem bekannt wurde, wurden die Reaktoren bei dem Beben stärker beschädigt, als zunächst bekannt gegeben wurde. So wurden die Brennstäbe der Reaktoren 1, 2 und 3 bereits sechs bis 14 Stunden nach dem Beben nicht mehr gekühlt und die Kernschmelze setzte früher ein als bisher angenommen.

Sowohl Tepco als auch die japanische Regierung waren wegen ihres Umgangs mit der Katastrophe heftig kritisiert worden. Um Tepco vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, stützt Japan den Konzern mit umgerechnet 43 Milliarden Euro.

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