Am Freitag startet die Zweite Fußballliga in die Frühjahrssaison. Vorstand Christian Ebenbauer sprach zuvor mit der „Steirerkrone“ über die vergangenen Reformen, die Quoten im TV, das vorhandene Potenzial und auch die zuletzt leidliche Aufstiegsfrage.
„Steirerkrone“:Herr Ebenbauer, wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Saison?
Christian Ebenbauer: In erster Linie freuen wir uns auf Fans im Stadion. Die sportliche Ausgangslage würde volle Ränge verdienen. Mit Lustenau an der Spitze und Überraschungen dahinter haben wir eine abwechslungsreiche Saison gesehen. Die bisherigen drei Meisterschaften als 16er-Liga wurden jeweils erst in der letzten Runde entschieden und im Sinne der Spannung hoffen wir, dass das dieses Mal wieder so sein wird.
Dreieinhalb Saisonen sind seit der Reform gespielt - wie lautet Ihr Fazit?
Wir wollten die Zweite Liga als Drehscheibe positionieren, als Entwicklungsplattform für Spieler und Klubs. Das ist uns gelungen. Durchschnittlich haben pro Jahr 14 Spieler den Sprung in die Bundesliga geschafft.
Welches Potenzial steckt in der Zweiten Liga?
Sie hat sich in einer besonderen Situation etablieren müssen und das gut geschafft. Damit diese positive Entwicklung weitergeht, haben wir vor wenigen Wochen die nächsten Schritte gesetzt. Der Bewerbszuschuss der Bundesliga für die Zweite Liga wird für die kommenden vier Saisonen um 21 Prozent auf 3,4 Millionen Euro jährlich erhöht - zusätzlich gibt es den Ligaball und der ÖFB übernimmt die Schiedsrichterkosten. Das ist keine Subvention, sondern eine Investition in die Zukunft! Mit der wir den Zweitligaklubs weiter Planungssicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten geben wollen.
Also braucht es keine neuerliche Reform?
Das Format in den beiden höchsten Ligen hat sich bewährt und daher sehen wir keinen Änderungsbedarf.
Aus unserer Sicht hat sich das neue Format sowohl in der Bundesliga mit der 12er-Liga als auch in der Zweiten Liga mit der 16er-Liga bewährt.
Christian Ebenbauer
Sind die TV-Partner mit den Quoten zufrieden?
Es wird von den Fans sehr gut angenommen. Bei den Sendern und uns ist die Zufriedenheit hoch. Die Quoten des Livespiels auf ORF Sport+ bewegen sich beispielsweise im ordentlichen fünfstelligen Bereich.
Heuer scheint es mehr aufstiegswillige Klubs zu geben. Eine erfreuliche Entwicklung, oder?
Der sanftere Übergang vom Amateur- in den Profibereich ist einer der Vorteile der neuen Struktur. Grundsätzlich muss es Ziel sein, dass jeder sportliche Meister aufsteigen will - wenn die Rahmenbedingungen wie beispielsweise Zuschauerpotential oder Infrastruktur stimmen. Da ist der Übergang vom Amateur- zum Profifußball natürlich der größte Sprung. Auch aus den Regionalligen ist das Interesse wieder deutlich größer. Wir rechnen - positive Urteile im Zulassungsverfahren vorausgesetzt - mit zumindest zwei Aufsteigern...
Gibt es Neuigkeiten bezüglich einer Reform in den Regionalligen?
Die dritte Leistungsstufe ist etwas, worüber wir bereits vor unserer Ligenreform nachgedacht haben. Schließlich geht es immer um ein durchgehendes einheitliches System von unten nach oben und umgekehrt. Wenn es um die dritte Spielklasse geht, liegt die Entscheidung in erster Linie bei den Landesverbänden. Wir bringen unsere Ideen und Perspektiven in den Sitzungen gerne ein.
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