Adler-Trainer Widhölzl

Kraft zwar nicht mehr „schief“ sondern „zu scharf“

Olympia
12.02.2022 16:04
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Von krone Sport

Der dreifache Weltmeister, Gesamtweltcupsieger, Vierschanzentourneesieger und Flugweltkrekordler bleibt vorerst ein Unvollendeter. Stefan Kraft muss auch nach seinem zweiten Olympia-Antreten auf olympisches Einzelmetall warten. Nach den Rängen 10 und 13 hat Österreichs überragender Skispringer der vergangenen Jahre beim Großereignis in Peking mit dem Teambewerb zumindest noch eine letzte Chance, um doch medaillenbehangen heimzufliegen. Kraft komme zwar nicht mehr „schief“ (Widhölzl), dafür am Samstag aber „zu scharf“ daher.

Kraft, der sich noch vor einem Monat „gescheit verunsichert“ freiwillig aus dem Weltcup zurückgezogen hatte, kommt zwar nicht mehr „schief“ (Widhölzl), dafür am Samstag aber „zu scharf“ daher. Die Attacke des Pongauers auf der gewaltigen Großschanzen-Anlage von Zhangjiakou lief schon im ersten Durchgang ins Leere. „Ich wusste, wenn ich heute eine Medaille gewinnen will, dann muss ich ans Limit gehen. Ich bin draufgeblieben am Sprung, wollte die Nuance früher anfangen, dass ich es genau am Tisch hinbringe. Alles zusammen war es zu viel“, sagte Kraft.

Wenn er in den vergangenen, immer wieder problembehafteten Monaten eines gelernt hat, dann ist es der mentale Reset nach Enttäuschungen. „Abputzen und jetzt schon regenerieren für Montag“, sagte der 28-Jährige. Was nach Floskel klingt, setze Kraft tatsächlich rasch um, erklären Wegbegleiter.

Kraft: „War ich heute nicht in der Liga mitzukämpfen“
So war der offene Umgang mit Rückschlägen auch ein Mosaikstein zu seinem überraschenden Weltmeistertitel im Vorjahr. Am Samstag meinte er: „Ich habe mich kurz geärgert, und jetzt muss man einfach auch den anderen gratulieren. Die waren sehr, sehr stark, das muss man nüchtern sehen. Da war ich heute nicht in der Liga mitzukämpfen.“

Laut Cheftrainer Andreas Widhölzl liege es nicht (mehr) an seiner Stabilität, „sondern eher, dass der Stefan es unbedingt zeigen will“. „Da heißt es, ihn in eine Spannung zu versetzen, dass er nicht dem perfekten Sprung nachläuft.“

Im Mannschaftsbewerb vorne mit dabei?
Dass er im ersten Versuch doch ein Stück weit von seiner Wunschvorstellung entfernt gelandet war, zeigte Kraft nach seinem viel besseren zweiten. Warum nicht gleich, schien seine Geste im Auslauf nach dem Satz auf 136,5 m zu bedeuten.

Minuten später wirkte der rot-weiß-rote Alleinunterhalter der vergangenen Jahre schon wieder so, als wisse er, was zu tun ist. Seinem Team und sich selbst riet er vor dem am Montag anstehenden Mannschaftswettbewerb, den „Kopf nicht in den Sand zu stecken“. „Wenn wir gute Sprünge machen, sind wir schon dabei.“

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