So, 22. Juli 2018

Missbrauchsfälle

11.05.2011 12:08

Land wird neue Anlaufstelle für Opfer einrichten

Noch im Mai will Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser auf Empfehlung einer seit Herbst etablierten Arbeitsgruppe eine Anlaufstelle für Missbrauchsopfer in der Steiermark einrichten. Ähnlich wie die Kommission der ehemaligen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic für Opfer im Kirchenbereich ist die neue Stelle vorrangig für Opfer "institutioneller Gewalt" gedacht. In der seit Herbst provisorisch angebotenen Einrichtung haben sich bisher 13 Betroffene mit Verdachtsfällen gemeldet.

Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe sprechen sich für eine unabhängige und weisungsfreie Anlaufstelle aus, an die sich Menschen wenden können, die in den vergangenen Jahrzehnten zu Opfern institutioneller Gewalt geworden sind.

Dabei geht es um Fälle von sexuellem Missbrauch sowie Misshandlung oder Vernachlässigung von Minderjährigen, behinderten oder pflegebedürftigen Menschen, denen Gehör geschenkt werden soll. Aber auch Opfer von kirchlichen Einrichtungen oder familiärer Gewalt werden nicht ausgeschlossen. Sie werden dann an die entsprechenden Stellen weitergeleitet.

Opfer sollen auch bei Verfahren unterstützt werden
Die Vorwürfe der Betroffenen würden vertraulich entgegengenommen und geprüft. Fallen sie noch in den strafrechtlichen Bereich und ist ein Täter auszuforschen, so soll die Stelle bei der Vorbereitung einer Anzeige helfen und auch in einem möglichen Verfahren unterstützen. Aber auch wenn der Übergriff verjährt ist, wird den Opfern mit Betreuung und möglichen Entschädigungszahlungen geholfen. Schrittwieser wolle sich bei der Regierungssitzung am Donnerstag für einen Betrag von maximal 25.000 Euro einsetzen. Sollte die öffentliche Einrichtung noch existieren, so seien auch Regressforderungen denkbar.

Der Soziallandesrat konnte zwar noch nicht sagen, wo genau die Anlaufstelle sowie die Opferschutzkommission für verjährte Fälle eingerichtet werden, aber er persönlich könne sich das Gewaltschutzzentrum als Partner gut vorstellen. Entsprechende Gespräche müssten aber erst geführt werden. Bis die neue Stelle öffnet, könnten sich Opfer weiterhin an den psychologisch-therapeutischen Dienst unter der Telefonnummer 0316/877-6363 wenden.

In die Kommission will Schrittwieser bis zu sieben Mitglieder aufnehmen, die ausschließlich ehrenamtlich ihre Aufgaben erfüllen. Juristen, Psychologen oder auch Mediziner sind der Plan: "Sie müssen jedenfalls anerkannt und unabhängig sein." Für die Organisation und die Dokumentation seien zwei Halbtagsplanstellen vorgesehen.

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