03.02.2022 07:00 |

Weniger Untersuchungen

Corona: Viele Krebserkrankungen bleiben unentdeckt

„Bitte gehen Sie zur Untersuchung. Diese können wirklich Leben retten!“ - Den Weltkrebstag am 4. Februar nimmt Christian Scherer, Leiter der steirischen Krebshilfe, zum Anlass für mahnende Worte, denn die Vorsorge-Moral hat bei den Steirern während Coronazeiten massiv nachgelassen. Dafür würden wir in fünf Jahren die „Rechnung kriegen“.

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„Krone“:Der 4. Februar ist Weltkrebstag, wie bewerten Sie den Status in der Steiermark?
Christian Scherer: Bei uns fällt im Schnitt 6600-mal im Jahr die Diagnose Krebs, bei den Frauen betrifft es am häufigsten die Brust, bei den Männern die Prostata. Gefolgt von Lunge und Darm.

Gibt es neue Erkenntnisse zu den Ursachen?
Früher war man sicher, dass die Genetik viel mehr zur Entstehung von Krebs beiträgt, dazu hat die Wissenschaft jetzt neuere Erkenntnisse: Vererbung schlägt sich nur zu zehn Prozent nieder, der erhebliche Rest sind Lebensstil und Lebensumstände.

Wie das Rauchen?
Rauchen ist einer der ganz wesentlichen Faktoren, ja. Die Gifte, die man da in den Körper bläst, können nicht „nur“ Auslöser für Lungenkrebs sein, sondern auch für Nieren-, Blasenkrebs und andere Formen. Ganz wesentliche Punkte in der heutigen Zeit sind auch chronischer Bewegungsmangel, falsche Ernährung, nämlich zu viel und zu ungesund, Sonne und Umweltgifte. Denen man am Arbeitsplatz so ausgesetzt sein kann wie durch Kleidung oder Luft.

Wie kann man vorbeugen?
Niemand von uns kann verhindern, dass er Krebs bekommt. Aber jeder kann dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren. Wer Belastungen vermeidet, kann das Risiko um bis zu zwei Drittel vermindern. Das ist signifikant.

Zitat Icon

Die Auswirkungen bei der Sterblichkeit werden sich in vier bis fünf Jahren niederschlagen.

Christian Scherer (steirische Krebshilfe)

Und durch Früherkennung.
Die Wichtigkeit der Früherkennung unterschätzen leider viele. Dabei macht sie einen Unterschied aus, der buchstäblich Leben rettet.

Wie ist die Moral dazu bei den Steirern?
Während Coronazeiten ist sie leider gesunken. Steiermarkweit gab es um 13 Prozent weniger Mammografien und um 15 Prozent weniger Darmspiegelungen. Damit wurden Erkrankungen nicht gleich erkannt und nicht behandelt. Die Auswirkungen bei der Sterblichkeit werden sich in vier bis fünf Jahren niederschlagen.

Wie ist die Prognose bei erkrankten Steirern?
Im Jahr sterben fast 3100 Patienten an Krebs.

Das ist ja nahezu die Hälfte der Neudiagnosen?
Ja. Allerdings: Die Therapien werden immer besser, und die Sterberate geht beständig nach unten.

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